Schubhaftzentrum: Grüne vermuten "Freunderlwirtschaft"

Grünen-Politikerin Korun misstraut den Aussagen des Ministeriums

Graz/Vordernberg - "Das riecht nach Freunderlwirtschaft", sagt Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen. Abgesehen von der prinzipiellen Kritik, dass private Sicherheitsfirmen keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen dürften, stehe hinter dem Engagement der privaten Sicherheitsfirma G4S, die im obersteirischen Vordernberg im dortigen Schubhaftzentrum tätig sein wird, auch eine brisante personelle Verquickung.

Österreich-Vorstand des Konzerns ist Matthias Wechner. Dieser sei Vize-Kabinettschef im Innenministerium unter dem früheren Minister und heutigen Tiroler Landeshauptmann Günther Platter gewesen, sagt Korun. Sie werde jedenfalls zur Aufklärung des Vertragsinhaltes, der mit dem Ministerium geschlossen wurde, eine parlamentarische Anfrage an die Innenministerin richten.

Das Auftragsvolumen für G4S beträgt - für eine Laufzeit von 15 Jahren - rund 68 Millionen Euro.

Das Innenministerium wird in Vordernberg 55 Exekutivbeamte stationieren, das Thema Sicherheit bleibe dabei "komplett in den Händen der Exekutive" , heißt es im Ministerium.

Matthias Wechner sagte am Freitag im Ö1-Mittagsjournal über die Aufgaben der G4S, seine Firma werde "die Insassen, die dort ihrer Abschiebung harren müssen, in ihrer schwierigen menschlichen Situation betreuen". Sein Team werde auch psychologisch geschult, in Krisensituationen etwa im Falle eines Hungerstreiks oder angedrohtem Suizid werde aber "stets und sofort" die Exekutive einschaltet.

Grünen-Politikerin Korun misstraut allerdings den Aussagen des Ministeriums und der privaten Sicherheitsfirma. Sie gehe davon aus, dass die private Firma G4S auch hoheitliche Sicherheitsaufgaben übernehmen werde, und dies sei verfassungsrechtlich eben nicht vereinbar. Zudem sei die Privatfirma auch nicht verpflichtet, die Menschenrechtskonvention einzuhalten. Die Exekutive müsse das sehr wohl. (mue/DER STANDARD, 19./20.10.2013)

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Ich warte ...

... auf Aufklärung der Diskrepanz zwischen

* Innen-Johanna: "keine hoheitlichen Aufgaben, nur 'Facility-Management'" und
* Website von G4S: "G4S wird mit ca. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Sicherheit und Betreuung der Angehaltenen Sorge tragen."

Oder bedeutet "Betreuung" einen Inhalt von Facility-Management????

nur ein einziger Bewerber?

http://www.orf.at/stories/2202961/ mit welchen Auflagen diese Ausschreibung wohl versehen war, bzw. an welche Anforderungen 'angepasst', sodass nur ein einziges Unternehmen den Kriterien entsprechen konnte?

11 Unternehmen haben die Ausschreibungsunterlagen angefordert, nur ein Unternehmen, die G4S, tatsächlich ein Angebot gelegt.

Was sollte man jetzt entsprechend "angepasst" haben ? Es weiß jeder, dass die G4S der weltweit größte Anbieter derartiger Dienstleistungen ist und daher wahrscheinlich das stichhaltigste Konzept vorgelegt hat und entsprechende Erfahrung mitbringt.

Es hätten ja auch NGOs die Angebotsunterlagen anfordern können und selbst ihr Konzept vorlegen dürfen. Da sie entgegen der gewinnorientierten G4S nur kostendeckend hätten arbeiten müssen, hätten sie eigentlich Bestbieter werden müssen.

Aber so wichtig war es den NGOs dann anscheinend doch wieder nicht... Arbeitswilligen... vielleicht sogar ehemaligen Asylwerbern... einen Job in Vordernberg zu vermitteln... weil kostendeckend arbeiten rentiert sich nun mal auch für eine NGO nicht.

hat ja eine NGO angeboten: die G4S!

oder wollten Sie sagen: die G4S ist abhängig von der Regierung???

angepasst heißt, die Konditionen so zu gestalten, dass sie nur Unternehmen XY erfüllen kann. noch nie gehört? noch nie passiert?

Das Innenministerium ist ja bekannt für Freunderlwirtschaft.

so stimmts nicht.

aber so:

Die Frau Innenminister ist ja bekannt für Freunderlwirtschaft.

Sicherheitsfirmen, die auch nur am Rande an Hoheitsrechte anstreifen könnten, haben in einem Rechtsstaat nichts, aber schon gar nichts verloren.
Was hier abzugehen beginnt, wird auf lange Sicht zu einem Sicherheitsrisiko für den Staat.

richtig, aber

in Vordernberg sollen 'bis zu' 200 Personen untergebracht werden. Dazu stellt die Firma G4S ~100 Mitarbeiter mit einem Einkommen < €1.600,- pm zur Verfügung.
http://www.g4s.co.at/de-AT/Pre... 0contract/
Das Innenministerium stellt nochmal 55 Executivbeamte ab.

Was ich mich frage: was werden die Wachtürme kosten? Die sind ja noch nicht ausgeschrieben.

1 Mitarbeiter pro 2 Zimmer entspricht dem Durchschnitt der österreichischen 4* und 5* Stadthotellerie. nur so am Rande

ja, ich weiß ...

und die kriegen < €1.600,- pm brutto?
Die G4S ist eine Security-Firma. Die wird doch kaum 4-Sterne Service bieten?

und dazu dann die 55 Polizisten ... ein Bodyguard pro 4 Insassen.
Wie ist das Verhältnis in einer Strafanstalt?

krank ist das.

15 Jahresvertrag! wo gibts denn heut sowas noch? und in 15 Jahren wird dann evaluiert?

na ja,

langfristige Vereinbarungen können schon Sinn machen.

Aber bei einer derartigen Dienstleistung?

Ich habe das hier http://derstandard.at/plink/138... id33992803 mal überschlagsmäßig durchgerechnet.

Da gehts nicht um einen ernsthaften Vertrag.
Da gehts um einen Ernst-haften Vertrag.

Ungeeignete Securitys:

Schon mal mit Privat-Security zu tun gehabt ?
Der Grossteil hat einen IQ unter 80, ist rassistisch /rechtskonservativ und glaubt in Uniform enorm wichtig sein zu müssen.
Völlig ungeeignet für Betreuung von Flüchtlingen....

so ist es ...

um den grünen ein bisserl entgegenzukommen

sollte man die schlagstöcke in pink mit einem plüschüberzug bestellen

ist das die frage, die ihnen ihre domina stellt? klingt ja sehr grundsätzlich und wenig flexibel. aber jedem das seine.

Natürlich handelt es sich um Freunderlwirtschaft.

Korrekt wäre es nur dann, wenn es einen Schubhaftbeauftragten gäbe.

Dazu einen Schubhaft-Sicherheits-Beauftragten mit seiner SSB-Firma.

Weiter so Grüne, lasst euch nichts vormachen.

;-)))

Weiter so Grüne, lasst euch nichts vormachen.

irgendwie möchte ich das Thema nicht nur den Grünen übelassen ...

Obwohl, wer ist da sonst noch?

Hatschi.

Danke!

ich weiß, der ist mißverständlich.

Ich bin für eine große Koalition, bestehend aus:
Wutbürgern/Grünen/Neos/KPÖ/werimmersonstnoch

wobei mir die Reihenfolge völlig wurscht ist.

Wichtig: NO SPÖVP
und bitte keine Nächstenliebe.

der Beitrag

ist hier falsch. der gehört weiter nach unten.

ROT für Ihren Nick

Die G4S ist natürlich auch sehr praktisch,

denn die sind unglaublich "flexibel". Auf Ruhezeiten wird öfters gepfiffen, Dienstpläne werden von einem Tag auf den anderen umgestellt, sehr kurze Kündigungsfristen, oft keine Pausen möglich, wenig Arbeitnehmerrechte (wer traut sich aufzumucken, wenn es eh schon so wenig Jobs gibt?). Weiß dies von Erzählungen eines Bekannten. Nicht zu erwähnen, dass natürlich auch sehr schlecht bezahlt wird. Armutsgefahr trotz 40-50 Stundenwoche.

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