Beredtes Rempeln

18. Oktober 2013, 16:58
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Dem Reoprter wurde eine tolle Extremerfahrung zuteil: eine Art Bodycheck gegen das ORF-Mikro - samt unwirschem "Nein!"

In kurz angebundener Pose verharrt die Politik – als wollte sie das Dauerreden der Vorwahlzeit nun mit Wortaskese ausgleichen. Frank schmollt in der Ferne, spricht nur gestreng durch Kathrin Nachbaur. Noch rätselhafter Monika Lindner: Jene, die als wilde Abgeordnete Stronach ärgern dürfte, offenbart sich nie im TV. Zu sehen sind nur Archivbilder aus Lindners herzlich-liberaler Zeit – als sehr geliebte ORF-Herrscherin.

Faszinierend aber Maria ­Fekter. Da beneidet man jenen "ZiB 2"-Reporter, der ausgeschickt wurde, ihr Statements zur wackeligen Politzukunft zu entlocken. Konnte er die Finanzministerin in der Öffentlichkeit kurz stellen, hieß das nicht, jene fade Freundlichkeit erdulden zu müssen, die Fekter Bundespräsident Heinz Fischer gewährte – beim Rundgang durch das Winterpalais von Prinz Eugen.

Dem Reporter wurde vielmehr eine tolle Extremerfahrung zuteil: Er hielt der vorbeirasenden Fekter das Mikro hin, durfte also quasi seine Existenz riskieren ("Frau Finanzministerin, kurz eine Frage!"). Was dann folgte, war eine Art Bodycheck gegen das ORF-Mikro – samt unwirschem "Nein!". Köstlich. Man muss es Fekter lassen – auch im Nonverbalen schafft sie "ZiB"-Auftritte von unver­gesslicher Markanz. Sollte sie als ­Finanzministerin abdanken müssen, möge man sie bitte als Koalitionspressesprecherin erhalten. Die Vorzugsstimme der TV-Konsumenten hätte sie. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 19./20.10.2013)

 

  • Bodycheck gegen das ORF-Mikro: Finanzministerin Maria Fekter beim Rundgang durch das Winterpalais Prinz Eugens mit Heinz und Margit Fischer. Nachzusehen auf tvthek.orf.at
    screenshot: tvthek

    Bodycheck gegen das ORF-Mikro: Finanzministerin Maria Fekter beim Rundgang durch das Winterpalais Prinz Eugens mit Heinz und Margit Fischer. Nachzusehen auf tvthek.orf.at

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