ORF droht Randsport mit Kürzung

18. Oktober 2013, 11:56
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70 Prozent weniger Geld für Spartenkanal - Champions League soll wieder zum ORF

Der ORF nimmt die nächste Eskalationsstufe, um die Abgeltung von Gebührenbefreiungen auch nach 2013 durchzusetzen – nach Warnungen an Produzenten, Bundesländer und Kulturinitiativen.

Ohne die zuletzt 30 Millionen der Republik könne der ORF keine Verträge mehr abschließen, schrieb Sportchef Hans Peter Trost an Organisationen weniger massenattraktiver Disziplinen, wohl in Erwartung massiver Proteste gegen „fast 70 Prozent" Budgetkürzung bei ORF Sport Plus und das Aus für Sport Bild in ORF 1.

ÖVP-Mediensprecher Karlheinz Kopf lehnte weitere Abgeltung von Gebührenbefreiungen bisher ab. Kolportiert wurden nun als Kompromissvariante aus den Koalitionsgesprächen 15 Millionen Abgeltung.

87 Millionen Sportbudget - ohne Großereignisse

Für Sport Plus budgetierte der ORF heuer 8,4 Millionen. Allein für die Ski-Weltmeisterschaft in Schladming reservierte der ORF 10,6 Millionen Sonderbudget, für Winterspiele in Sotschi und Fußball-WM in Brasilien rund 25 Millionen. – Über das Sportbudget hinaus, mit 2013 87,3 Millionen (ohne Sport Plus, mit Formel 1 für zweistellige Millionen) das weit größte der TV-Direktion. Die ZiBs haben kaum halb so viel.

Nun beginnen die Verhandlungen über weit quotenträchtigere Rechte als Basket- und Volleyball: ORF-Chef_Alexander Wrabetz hat angekündigt, er wolle die – auf drei bis vier Millionen taxierte – Champions League zurückholen. Puls 4 habe den ORF da zuletzt „massiv überboten". Würde der ORF nun Puls 4 überbieten, läge er also womöglich über dem Marktpreis  – was ihm das Gesetz mit Gebühren verbietet.

Sport im "Niemandsland"

Für die heimischen Sportverbände könnten die Einsparungen gravierende Folgen haben, wie etwa Peter Kleinmann, Präsident des österreichischen Volleyball-Verbandes (ÖVV), gegenüber der APA erklärte. "Das würde den österreichischen Sport ins Niemandsland versetzen." Kleinmann will die Causa im Präsidium der Bundessportorganisation (BSO) zur Sprache bringen. "Für den Volleyballverband ist diese Saison noch abgesichert, denn die Verträge mit Sport + laufen bis Saisonende. Bei anderen Sportarten ist das aber nicht so. Ohne Fernsehübertragung könnte auch kein österreichisches Team mehr in der Champions League spielen, da TV-Übertragungen für die Teilnahme Voraussetzung sind", erklärt Kleinmann. (red, APA, 18.10.2013)

  • Hans Peter Trost
    foto: standard/newald

    Hans Peter Trost

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