Neue ÖBB-Zentrale bringt Standortbereinigung

20. Oktober 2013, 09:42
1 Posting

Die Immobilien-Tochter der ÖBB will Einmalerträge zugunsten langfristiger Erträge zurückfahren

"Unsere Spezialkompetenz liegt im Verwalten von bahnaffinen Immobilien", sagt Erich Pirkl. Er ist gemeinsam mit Herbert Logar Vorstand von ÖBB Immobilien, einer "reinen Dienstleistungsgesellschaft". Sie verwaltet knapp 5000 Gebäude, die meist im Besitz der ÖBB-Infrastrukturtochter stehen. Wird eine Liegenschaft im Konzern nicht mehr benötigt, wird sie von der Immo-Tochter neu entwickelt - oder verkauft. 90 Millionen Euro an Verkaufserlösen sind für heuer geplant.

Strategie-Änderung

Allerdings will man tendenziell weg von Einmal-, hin zu langfristigen Erlösen aus Vermietung und Verpachtung. Das werde "intern gerade diskutiert", so Pirkl. 118,3 Millionen Euro wurden 2012 an Miet- und Pachterlösen lukriert. 70,9 Millionen davon kamen "vom Markt", also von Unternehmen außerhalb der ÖBB-Holding.

Potenzial zur Erlössteigerung gibt es, hat man doch ein paar Filetstücke auf Lager. Etwa das Haus Elisabethstraße 9 im ersten Bezirk, wo die ÖBB Ende 2014 ausziehen wird. Eine Hotelnutzung ist dort "wahrscheinlich", ebenso wie beim sogenannten "Blauen Haus" direkt neben dem Westbahnhof (Äußere Mariahilfer Straße). Es wird Ende 2014 leer und danach "entweder abgerissen oder saniert". Zwei Stockwerke könnte man draufsetzen, statisch müsse das aber erst geprüft werden: "direkt darunter fährt nämlich die U3". Ein Hotel sei möglich, mit dem "Motel One" am Westbahnhof gebe es keine Konkurrenzklausel. Beim Haus Mariannengasse 16-20 im 9. Bezirk, das großteils leersteht, könnte der Hoftrakt abgerissen werden und Eigentumswohnungen entstehen. Bis zu 5500 Euro/m² könnten dort erzielt werden, glaubt Pirkl.

Neue Zentrale in Bau

Seit 2009 konzentriert die ÖBB ihre Büros, 2017 soll es mit Hauptbahnhof, Praterstern und Erdberger Lände nur noch drei Hauptstandorte geben. 45.000 m² will man dann an Bürofläche reduziert haben. In die neue Zentrale am Hauptbahnhof, wo bereits die Fassade in Arbeit ist, werden Ende 2014 rund 1700 Mitarbeiter von bisher sechs Wiener Standorten einziehen. (mapu, DER STANDARD, 19.10.2013)

  • Die neue ÖBB-Zentrale wird im nächsten Jahr bezogen.
    foto: putschögl

    Die neue ÖBB-Zentrale wird im nächsten Jahr bezogen.

Share if you care.