Supernova des Roten Überriesen W1-26 steht bevor

17. Oktober 2013, 20:37
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Astronomen beobachteten die Abstoßung äußerer Schichten des möglicherweise größten bisher bekannten Sterns des Universums

London - Der der Rote Überriese W1-26 steht vor dem Ende: Wie die Royal Astronomic Society (RAS) in Großbritannien in ihrem jüngsten Monatsbericht mitteilt, ist der als W1-26 bekannte Stern aus dem Sternhaufen Westerlund 1 in das finale Stadium seiner Umwandlung in eine Supernova übergegangen. W1-26 befindet sich rund 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat einen Radius, der etwa 1.500 Mal so groß ist wie jener unserer Sonne. Ein internationales Forscherteam identifizierte W1-26 zudem als "vermutlich größten bisher bekannten Stern des Universums".

W1-26 wurde 1998 im Sternhaufen Westerlund 1 im Sternbild Altar entdeckt. Die jüngsten Erkenntnisse über W1-26 konnten durch Beobachtungen mit dem "Very Large Telescope Survey Telescope (VST)" der Europäischen Südsternwarte in Chile gewonnen werden. Die Forscher beobachteten, wie der Rote Überriese seine äußeren Schichten abwirft. Dies sei ein wichtiger Schritt zum Verständnis, wie angereicherte Materie massiver Sterne in den interstellaren Raum zurückgelangt, so die Astronomen.

Ionisierte Nebel

Verwendet wurde dazu ein spezieller Filter, der Wasserstoffnebel sichtbar machen kann. Im Sternhaufen Westerlund 1, in dem sich mehrere hunderttausend Sterne befinden, machten die Forscher die außergewöhnliche Entdeckung: Rund um den W1-26 war eine große leuchtende Wasserstoffwolke zu sehen (im Bild grünlich). Derartige Wolken sind ionisiert, das heißt, die Elektronen der Wasserstoffatome wurden abgestoßen.

Das Vorhandensein derartiger Nebel sei ein Hinweis darauf, dass W1-26 derzeit extrem starke Masseverluste aufweise, heißt es im Bericht der RAS. Beim Übergang eines Sterns in eine Supernova werden Elemente wie Magnesium und Silizium freigesetzt, die zur Neubildung von planetenartigen Himmelskörpern führen können.

Ähnlichkeiten zu "Keplers Stern"

Rund um massive Sterne sind solche Funde selten, im Fall eines Roten Überriesen ist es überhaupt das erste Mal, dass ionisierte Nebel beobachtet werden konnte. Während der näheren Untersuchung kamen die Astronomen zu dem Schluß, dass es sich bei W1-26 vermutlich um den größten je entdeckten Stern handelt. Die beobachtete Situation erinnere insgesamt stark an die Supernova SN1987A; Die Explosion von Überresten eines Sterns 1987 war die erdnächste Supernova, die seit "Keplers Stern" (SN1604) 1604 beobachtet werden konnte. (dare/APA, 17.10.2013)

  • Aufnahme des "Very Large Telescope Survey Telescope (VST)": W26 befindet sich im linken oberen Bereich des Sternhaufens Westerlund 1.
    foto: eso/vphas+ survey/n. wright

    Aufnahme des "Very Large Telescope Survey Telescope (VST)": W26 befindet sich im linken oberen Bereich des Sternhaufens Westerlund 1.

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