Herr Tristan im Wohnzimmer

16. Oktober 2013, 20:21
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Wiener Staatsoper startet ihr Streaming-Projekt

Wien - Die Enttäuschung, dass sich ORF oder Arte doch nicht zu einer Opernübertragung aufraffen konnten, wird wohl auch in Zukunft möglich sein. Sie dürfte bei der Wiener Staatsoper jedoch erheblich milder ausfallen - man wird in Hinkunft global selbst als Opernproduzent in den Wohnzimmern von Konsumenten vorstellig werden.

Möglich wird dies ab 27. Oktober (Richard Strauss' Rosenkavalier) durch das neue Streamingprojekt: Im Internet startet man eine halbe Stunde vor Opernbeginn mit diversen Infos. Die Vorstellung selbst kann dann aus zwei Perspektiven begutachtet werden (Gesamtsicht oder filmisch bearbeitet); mit zusätzlichen Apps kommt man in den Genuss von Untertiteln und (ab Dezember) auch der jeweiligen Partitur, die synchron zur Aufführung gezeigt wird.

Gesendet wird in Full-HD-Qualität, aber nicht gratis: Ein Livestream kostet 14 Euro, ein On-Demand-Stream von aufgezeichneten Produktionen ist um fünf Euro eine Woche lang zu konsumieren (Teile der Einnahmen gehen an die Künstler). Das Staatsopernbudget wurde von diesem Projekt nicht belastet. Sponsoren wie OMV, Casinos Austria, Technikpartner Samsung und die Czerwenka-Stiftung waren hilfreich.

Was gibt es zu sehen? Am 27. 11. Die Zauberflöte, am 13. 12. Tristan und Isolde, am 27. 12. La cenerentola, am 28. 12. Der Nussknacker, am 29. 12. Fidelio sowie am Silvesterabend Die Fledermaus. Bis Ende der Spielzeit sind etwa zehn weitere Übertragungen geplant. (Ljubisa Tosic, DER STANDARD, 17.10.2013)

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