Literatur aus der Ukraine: Engagierte Worte

15. Oktober 2013, 17:52
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Das Literaturhaus am Inn präsentiert ab Donnerstag einen Schwerpunkt mit wichtigen ukrainischen Literaten

Innsbruck - Das Literaturhaus widmet der Ukraine einen literarischen Schwerpunkt. Bis Samstag wird zu Lesungen und Diskussionsrunden mit vier Autoren geladen. Andrej Kurkow lebt als freier Schriftsteller und Kameramann in Kiew. Ursprünglich wollte er Diplomat werden, doch dafür fehlten ihm nach eigener Einschätzung die Beziehungen. Er absolvierte das Kiewer Fremdspracheninstitut und spricht neben Japanisch und Türkisch angeblich noch neun weitere Sprachen. Er schreibt in russischer Sprache, die Liste seiner Romane ist lang. Darauf finden sich beispielsweise: Picknick auf dem Eis, Pinguine frieren nicht oder Der Milchmann in der Nacht. Seine Erfahrungen, die er während des Militärdienstes im Gefängnis von Odessa gemacht hat, hat er in Myzelistan verarbeitet.

Als seine Kollegin Maria Matios bei der Verleihung des Nationalpreises für Literatur in Anwesenheit von Staatspräsident Janukowitsch eine unbotmäßige Rede hielt, veröffentlichte er den Text Wie man zur Staatsfeindin gemacht wird. Darin schreibt er über die Repressionen, denen Matios ausgesetzt war.

Auch auf Matios kann man ab morgen in Innsbruck treffen. Sie stammt aus der Provinz Bukowina. Dort hat sie auch ihren Roman Darina, die Süße angesiedelt. Er beschreibt eine bäuerliche Gemeinschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den jeweiligen Herrschern drangsaliert wurde, er erzählt von dem traumatisierten Mädchen Darina. Für den Roman wurde sie mit dem Schewtschenko-Preis ausgezeichnet.

Und auch zwei ganz junge Stimmen sind zu hören: Ljubko Deresch (*1984) veröffentlichte bei Suhrkamp seine Romane Die Anbetung der Eidechse, Kult und Intent!. Sein Vorbild ist die Horrorliteratur etwa eines Edgar Allan Poe oder Stephen King. Auch kommt die Journalistin und Philologin Tanja Maljartschuk, die in Wien lebt. Bei Residenz erschienen ihr Erzählband Neunprozentiger Haushaltsessig und Biografie eines zufälligen Wunders. (Dorothea Nikolussi-Salzer, DER STANDARD, 16.10.2013)

17. bis 19. 10.

  • Der engagierte ukrainische Literat Andrej Kurkow kommt nach Innsbruck.
    foto: steiner

    Der engagierte ukrainische Literat Andrej Kurkow kommt nach Innsbruck.

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