Windows Phone: Microsofts langsame Aufholjagd

15. Oktober 2013, 09:42
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Aktuelles Update verbessert die Hardwareunterstützung - Aber ob das reicht, um gegen Android und iOS anzukommen?

Mit der "General Distribution Release (GDR) 3 "hat Microsoft am Montag ein weiteres Update für sein mobiles Betriebssystem Windows Phone veröffentlicht - der WebStandard berichtete. Die neue Version zeichnet sich vor allem durch eine erweiterte Hardwareunterstützung aus, mit denen man nicht zuletzt in den stark wachsenden Markt der "Phablets" vordringen will. Also jener Geräte, die von der Größe her irgendwo zwischen einem großen Smartphone und einem kleinen Tablet angesiedelt sind.

Neue Möglichkeiten

Um dies zu ermöglichen bietet Windows Phone nun Unterstützung für Bildschirme der 5 bis 6 Zoll-Kategorie mit 1080p-Auflösung. Ebenfalls ein wichtiger Fortschritt, um vor allem zur Android-Konkurrenz aufzuschließen: Das mobile Betriebssystem von Microsoft kann nun mit Quadcore-Prozessoren umgehen. Dazu kommen weitere Verbesserungen an der Software

Inkrementell

In Summe versucht Microsoft mit dem aktuellen Update also die verbliebenen funktionellen und strukturellen Defizite gegenüber Android und iOS aufzuholen, um die daraus resultierenden Gründe, kein Windows-Phone-Gerät zu kaufen, zu minimieren. Dies natürlich in der Hoffnung den eigenen Marktanteil nach signifikant zu steigern.

Zahlen

Entsprechend hoffnungsfroh gab sich auch Joe Belfiore, bei Microsoft mit den Windows-Phone-Agenden betraut, unlängst in einem Interview. "Unsere Verkaufszahlen steigen immer weiter", gibt er sich positiv. Was er dabei allerdings nicht erwähnt: Laut den aktuellen Zahlen von IDC bleibt der Anteil trotzdem marginal im Vergleich zur Konkurrenz. Ein weltweiter Marktanteil von 3,9 Prozent wird Windows Phone dort ausgewiesen. Besonders unerfreulich: In den wichtigen USA, die Microsoft auch von Anfang an besonders im Visier hatte, liegt dieser Anteil sogar nur bei 2,8 Prozent, ging zuletzt sogar leicht zurück.

Vergleiche

Trotzdem ist davon auszugehen, dass es Microsoft mit dem nötigen finanziellen Nachdruck gelingen wird, den Marktanteil langsam aber stetig zu steigern. Immerhin hat diese Hartnäckigkeit schon bei Suchmaschinen ihre Wirkung entfaltet, wie die New York Times betont. So ist es Microsoft durch massive Bewerbung gelungen, Bing in den USA einen respektablen Marktanteil von 18 Prozent zu verschaffen. Doch genau an diesem Beispiel zeigt sich auch das potentielle Problem an dieser Strategie. Selbst wenn man den Marktanteil steigert, bedeutet dies nicht notwendigerweise, dass sich die mobile Sparte zu einem einträglichen Geschäft entwickelt.

Klare Sprache

Bing ist jedenfalls für Microsoft bisher ein US-spezifischer Achtungserfolg, mehr nicht. Die Marktanteile hat man allesamt dem jahrelang abbauenden Yahoo abknabbern können, während Branchenprimus Google selbst weiter wachsen konnte. Und trotz all diesen Anstrengungen bleiben zwei simple Zahlen, die den aktuellen Stand von Microsofts diesbezüglichen Bemühungen umschreiben: Während Google im letzten Finanzjahr mit seinen Online-Services einen Gewinn von 11,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaften konnte, musste Microsoft Verluste von 1,3 Milliarden vermelden.

Ausblick

Dies bedeutet natürlich nicht zwingendermaßen, dass es Microsoft im mobilen Bereich ähnlich ergehen muss. Angesichts der nun zu verdauenden Übernahme von Nokia und den kolportierten Bestrebungen Dritthersteller über den Verzicht auf Lizenzgebühren zu halten, scheint es aber unwahrscheinlich, dass Microsoft in absehbarer Zeit Geld machen kann. (red, derStandard.at, 15.10.13)

  • Mit dem aktuellen Update unterstützt Windows Phone nun größere Bildschirme, was vor allem für den Einsatz auf Phablets ein wichtiger Schritt ist.
    grafik: microsoft

    Mit dem aktuellen Update unterstützt Windows Phone nun größere Bildschirme, was vor allem für den Einsatz auf Phablets ein wichtiger Schritt ist.

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