Flughafen Wien knabbert an Beteiligungen

15. Oktober 2013, 10:44
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Die Zahl der Passagiere ging im September im Vergleich zum August um 1,3 Prozent zurück - von den Beteiligungen läuft nur Malta gut

Der Flughafen Wien hat im September 2.145.988 Passagiere abgefertigt, um 1,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Zusammengezählt ergibt sich für die ersten neun Monate 2013 ein Minus von 1,1 Prozent auf 16,7 Millionen Fluggäste, geht aus einer Mitteilung des Airports vom Dienstag hervor. Die Zahl der Flugbewegungen ging im September um 4,5 Prozent und in neun Monaten um 5,7 Prozent zurück.

Zugelegt hat hingegen das Frachtaufkommen, zumindest im September um 13,8 Prozent auf 22.948 Tonnen. Von Jänner bis September gab es allerdings auch hier ein Minus von 1,6 Prozent auf 186.033 Tonnen.

Minus im Osten stärker

Bei den Passagieren hat der Wiener Airport vor allem im Osten verloren. Osteuropa verzeichnete im September einen Rückgang von 2,0 Prozent, der Nahe und Mittlere Osten schrumpfte um 3,9 Prozent. Dafür flogen etwas mehr Personen nach Westeuropa (+0,1 Prozent).

Die Zahl der Lokalpassagiere sank im Vormonat um 2,2 Prozent auf 1.447.138 Personen, im Neunmonatszeitraum gab es ein kleines Plus von 0,2 Prozent auf 11,5 Millionen. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen im September einen Anstieg von 0,7 Prozent auf 696.470 Menschen, aber in neun Monaten einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 5,2 Millionen. 

Malta gut, Kosice halbwegs

Von den drei internationalen Beteiligungen läuft nur Malta wirklich gut. Da gab es heuer bisher ein Passagierplus von 9,2 Prozent und ein Halbjahresergebnis von 5,1 Mio. Euro, sagte Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger im "WirtschaftsBlatt". In Kosice habe es hingegen im Halbjahr einen Passagierrückgang von 6,1 Prozent auf knapp 83.500 gegeben, auch wenn das Ergebnis noch mit 0,18 Millionen Euro positiv war. Hier fehle das Wachstum.

"Friedrichshafen ist unser Sorgenkind, und wir haben dort bereits 7,5 Millionen Euro abgeschrieben", so Jäger. "Wir sind nach wie vor nicht der Meinung, dass der Flughafen so geführt wird, dass er jemals wieder in die Gewinnzone zurückkehren kann - halten aber nur 25 Prozent." Im Halbjahr habe es zwar ein Passagierplus von 0,8 Prozent gegeben, "aber auf der Kostenseite wäre viel mehr möglich".

Interesse an Bratislava

International will sich der Flughafen Wien nicht mehr engagieren. Ausnahme wäre der Betrieb des nur 50 km entfernten Flughafens Bratislava, sollte dies ausgeschrieben werden, bekräftigte Jäger die schon lange geäußerte Haltung seines Unternehmens. "Wir sind aber nicht mehr bereit, Geld in den Standort Bratislava zu investieren".

Jäger rechnet heuer mit rund einem Prozent weniger Passagieren am Flughafen Wien. In den ersten neun Monaten gab es einen Rückgang von 1,1 Prozent. Auf der Kostenseite habe man in der Bodenabfertigung 170 Jobs abgebaut, bei der Security-Tochter VIAS 110 und im Bereich Operations 15. Dabei sei die Terminalfläche verdoppelt worden. Nun gebe es "noch einige Bereiche, die wir uns anschauen und vielleicht da oder dort umstrukturieren werden - etwa in der IT, der Technik oder der General Aviation. Bei Letzterer geht es darum, mit besserem Service höhere Umsätze zu erzielen. Kosten und Qualität sind wesentliche Kriterien, um im immer härter werdenden Wettbewerb mit München und Zürich zu bestehen." Bis Jahresende sollen noch sechs Shops dazukommen. (APA, 15.10.2013)

  • Im September ging die Zahl der Passagiere im Vergleich zum August um 1,3 Prozent zurück.
    foto: christian fischer

    Im September ging die Zahl der Passagiere im Vergleich zum August um 1,3 Prozent zurück.

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