Kochbücher für eigenbrotlerische Puristen

Ansichtssache19. November 2013, 20:06
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Das ursprünglichste aller Lebensmittel ist Brot. - Ein Alltagsprodukt, das durch die findige Industrie weitgehend zu einem Instant-Dasein verdammt wurde. Wem allerdings der Einheitsteig aus Fertigmischungen und Triebmitteln sauer aufstößt, kann sich ohne größeren Aufwand sein täglich Brot selber backen.

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foto: hädecke

"Es ist ganz einfach, gutes Brot zu backen", ist Günther Weber, der Bio-Bäcker vom Lorettohof auf der Schwäbischen Alb überzeugt. Der Mann weiß, wovon er spricht, schließlich stammt er aus einer alteingesessenen Bäckerfamilie in der Nähe von Stuttgart. Sein puristisches Motto: Reine Basisrezepte ohne großen Firlefanz, denn laut Weber sind ein paar Grundzutaten vollkommen ausreichend, um richtig gutes Brot zu backen. - Konkret heißt das: Mehl, Wasser, Salz, Hefe, (meistens) Sauerteig und vor allem Zeit.

Auch im Buch "Gut Brot will Weile haben" wird der Slow-Baking-Philosophie ausreichend Platz und damit Zeit eingeräumt. Im Gegensatz dazu zelebriert der Bio-Bäcker die Kunst des Weglassens in seinen leicht verständlichen Rezepten. Die getroffene Auswahl fällt dann aber doch etwas zu minimalistisch aus und bleibt weitgehend auf Brotsorten wie Weizenmisch-, Vollkorn- und Weißbrot beschränkt. Im Vergleich dazu wird den süßen Varianten à la Hefezöpfe, Croissants, Blätterteigtaschen und Kuchenböden zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

Problematisch dürfte sich auch das Nachbacken der Rezepte gestalten, denn Günther Webers Mengenangaben, Tipps und Tricks beziehen sich auf ein Handwerk, das mit einem 35 Tonnen schweren Holzbackofen operiert. Elektroöfen und Pizzasteine werden da nur schlecht mithalten können.

Günther Weber/Dieter Ott
Gut Brot will Weile haben. Der Bäcker vom Lorettohof und seine besten Rezepte
Verlag Hädecke
ISBN: 978-3-7750-0653-8
166 Seiten; Preis: 23,50 Euro

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