Broschüre über Verhaltensregeln in der Natur

14. Oktober 2013, 11:43
12 Postings

Mit der wachsenden Begeisterung für Aktivitäten in der Natur tauchen Fragen zur Nutzung von Wald und Wiese auf. Die Naturfreunde erklären die Regeln

Immer mehr Menschen entdecken die freie Natur als Erholungsraum. Wald und Wiese bieten Ausgleich zum Trubel der Stadt, zu Arbeitsstress und Alltagseintönigkeit. Hier kann sich Mensch frei bewegen, entflieht dem Reglement ausgesetzt ist, das das Zusammenleben mit sich bringt. Aber nicht jeder vermeintliche Freiraum ist auch einer.

Seit dem das Interesse an Freizeitaktivitäten in der Natur zugenommen hat, kommt es auch immer öfter zu Reibereien zwischen erholungssuchenden Ausflüglern und Grundeigentümern oder Jägern. Grund dafür ist in den meisten Fällen nicht Böswilligkeit sondern schlicht Unwissenheit über die Bestimmungen, die auch für Wegen, Wiesen und Wälder gelten. Erst seit 1975 ist die freie Begehbarkeit des Waldes etwa durch das bundesweite Forstgesetzt geregelt. Wo und wie man sich aber genau zu Fuß, per Rad, mit Skiern oder Booten bewegen darf ist den meisten Menschen nicht bekannt.

Die Naturfreunde Österreich haben deswegen jetzt eine kostenlosen Infobroschüre heraus gegeben, die darüber aufklärt, was erlaubt ist und was nicht. In der Broschüre wird erklärt, auf welchen Wiesen man sich bewegen darf, welche Wege genutzt werden dürfen und wie die Nutzung von Gewässern und ihren Ufern geregelt ist. Für die Nutzung von Nationalparks gelten je nach Bundesland eigene Regeln, die einzeln aufgeführt sind.

Das Recht auf Erholung

Wie man sich im Wald richtig verhält und ob man als Mountainbiker jeden beliebigen Waldweg befahren darf oder nicht wie die Frage, ob Fußabdrücke oder geknickte Äste als Schäden eingestuft werden. Außerdem erfährt man, warum es passieren könnte, dass der Waldbesitzer Caches aus dem Wald entfernt und damit sogar im Recht wäre. 

Dass Wanderer nicht mitten durch ein Gebiet gehen dürfen, wo gerade Bäume gefällt werden, scheint logisch. Es gibt aber noch mehrere Betretungsverbote, die in der Broschüre angeführt werden. Diese Flächen sind mit Hinweistafeln gekennzeichnet. Auch die komplizierten Regelungen betreffend Jagdgebieten und die damit zusammenhängenden Begehungsverbote werden erläutert.

"Österreichs Wälder sollen natürlich auch in Zukunft allen Menschen offenstehen. Aber wir müssen beachten, dass wir hier nur zu Gast sind, und uns unserer Verantwortung gegenüber der Natur und den Waldbesitzern bewusst sein. Da sich die Konflikte rund um die Wegefreiheit in der letzten Zeit mehren, appellieren wir sowohl an die Erholungssuchenden als auch an die Waldbesitzer und die Jägerschaft auf ein richtiges Miteinander. Waldbesucher haben sicherlich Verständnis für die eine oder andere Sperre, etwa bei gefährlichen Holzarbeiten. Daher sollten beide Seiten – Waldbesucher wie -besitzer – freundlich und verständnisvoll bleiben, dann keimt vielleicht so mancher Streit erst gar nicht auf", so Regina Hrbek, Leiterin der Natur- und Umweltschutz-Abteilung der Naturfreunde Österreich. (todt, derStandard.at, 14.10.2013)

  • Die Broschüre kann aus als PDF im Internet dowgeloaded werden: www.umwelt.naturfreunde.at
    foto: naturfreunde österreich

    Die Broschüre kann aus als PDF im Internet dowgeloaded werden: www.umwelt.naturfreunde.at

  • Die "Wegefreiheit im Wald" im im § 33 Absatz 1 Forstgesetz festgeschrieben: "Jedermann darf, unbeschadet der Bestimmungen der Absätze 2 und 3 des § 34, Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten". Es gibt jedoch Ausnahmen. Die Broschüre zeigt auf, welche das sind.
    foto: hermann erber/naturfreunde österreich

    Die "Wegefreiheit im Wald" im im § 33 Absatz 1 Forstgesetz festgeschrieben: "Jedermann darf, unbeschadet der Bestimmungen der Absätze 2 und 3 des § 34, Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten". Es gibt jedoch Ausnahmen. Die Broschüre zeigt auf, welche das sind.

Share if you care.