Der Einkaufstempelritter erobert Linz

14. Oktober 2013, 09:09
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In Oberösterreich sollen keine Shoppingcenter mehr auf der grünen Wiese entstehen, sondern der Einzelhandel in den Ortskernen gestärkt werden

Linz - Der "Messias" vom Shoppingtempel am Speckgürtel plant jetzt vermehrt, Linz einkaufstechnisch zu bekehren. Ernst Kirchmayr - PlusCity-Chef, Immobilienentwickler, Autorennfahrer, Missenmacher (beteiligt an Miss Austria Corporation), Multimillionär - hat nach dem erfolgreichen Um- und Ausbau der "Einkaufspassage Lentia" in Linz-Urfahr sein Immobilienportfolio um ein traditionelles Haus im Linzer Zentrum erweitert.

Kirchmayr erwarb kürzlich - gemeinsam mit Geschäftspartnerin Maria Pfeiffer - das Linzer Traditionshotel Schillerpark und plant auf dem Areal eine kleine Shoppingmall. Die derzeitige Geschäftspassage sei "eine echte Schwachstelle", erklärt der Chef von Oberösterreichs größtem Einkaufszentrum. Kirchmayr schweben Shops auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern vor.

Mit dem Verkauf trennt sich die Verkehrsbüro Group, Österreichs größter Tourismuskonzern, von dem rund 15.000 Quadratmeter großen Immobilieneigentum in der Linzer City bestehend aus Casino, Geschäftspassage, Büroflächen, Tiefgarage mit 159 Stellplätzen und Hotel - Letzteres pachtet die Verkehrsbüro Group aber weiter für vorerst 15 Jahre.

Der in die Jahre gekommene Tourismusbetrieb mit 111 Zimmern wurde von 2011 bis heuer um vier Millionen Euro renoviert. Heute verfügt das Haus über 64 Executive-Zimmer, sieben Junior-Suiten und drei Luxus-Suiten. Highlight ist die "Schillerpark Triple Seven Suite": eine Vier-Zimmer-Suite mit 155 Quadratmetern, zwei Designbädern, zwei Schlafzimmern, Esszimmer und großzügigem Wohnbereich. Benannt wurde die Suite nach dem Boeing-Jet 777 und kostet Listenpreis 777 Euro pro Tag. Kürzlich wohnte dort übrigens die mehr oder weniger glamouröse Millionärsfamilie Geiss.

Entwicklungshelfer

Kirchmayr scheint auf jeden Fall mit seinem jüngsten Einkauf durchaus zufrieden zu sein. Mit Bauten wie dem neuen Hauptbahnhof, dem Landesdienstleistungszentrum und zuletzt dem Musiktheater sei viel in den Stadtteil investiert worden, die südliche Landstraße, an der der Schillerpark und das Hotel liegen, sei aber nach wie vor "ein bisschen unterentwickelt",

Aus Sicht des PlusCity-Chefs ist auch eine Expansion nach oben möglich. "Das hängt von der Stadt ab." Eine Modernisierung und Vergrößerung der Tiefgarage mit aktuell 159 Stellplätzen wäre ebenfalls wünschenswert. Zudem pocht Kirchmayr auf eine attraktivere Verkehrslösung samt Vorfahrt zum Hotel. Er plant einen internationalen Architektenwettbewerb für die Immobilie unter Einbindung der Stadt.

Die 60.000 Quadratmeter große PlusCity hat ihre Erlöse 2012 um 3,6 Prozent auf 355,6 Millionen Euro gesteigert. Die Lentia City im Stadtteil Urfahr mit etwa 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und circa 60 Geschäften, davon 13 Lokale, erzielte ein Umsatzplus von 10,8 Prozent auf 78,4 Millionen Euro. An der nun erworbenen Schillerpark-Immobilie hält der Manager durchgerechnet 51,8 Prozent und Maria Pfeiffer von der gleichnamigen Handelsfamilie 48,2 Prozent. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 12.10.2013)

  • Die Linzer Innenstadt-Immobilie "Hotel Schillerpark" soll mithilfe von PlusCity-Chef Ernst Kirchmayr entsprechend groß wachsen. 
    foto: verkehrsbüro

    Die Linzer Innenstadt-Immobilie "Hotel Schillerpark" soll mithilfe von PlusCity-Chef Ernst Kirchmayr entsprechend groß wachsen. 

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