Rucksack, Laptop, Abenteuer

14. Oktober 2013, 08:16
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Ein 45 Liter Rucksack wird für die nächsten Monate das "Zuhause" für Bloggerin Tanja Zimmermann sein

Stolz wie ein Pfau strahlt mich meine Mutter an, nachdem ich aus dem Prüfungszimmer komme und bekanntgebe, mein Masterstudium geschafft zu haben. Doch während alle meine Kollegen bereits fleißig auf Jobsuche sind, quält mich nur eine Frage: "War's das schon?"

Trotz meinen 24 Lebensjahren hatte ich nicht das Gefühl, genug Erfahrung gesammelt zu haben, um sorgenlos ins angenehme Arbeitsleben einzusteigen. Ein Abenteuer musste her. Und nun sitze ich hier, mit verstörend vielen Impfstoffen in meiner Blutbahn und habe eine mehrmonatige Weltreise vor mir. Ich weiß nicht was mich erwartet, nur wohin es gehen wird: USA – Mexiko – Peru – Bolivien – Chile – Neuseeland – Australien – Singapur. Wohin es nach Asien gehen wird, mache ich in Australien von meinem, dann noch hoffentlich vorhandenem, Budget abhängig.

Neben mir steht mein neues Zuhause und treuer Begleiter – mein 45 Liter Rucksack. Nachdem es meine erste Backpacker-Reise ist, hatte ich herzlich wenig Ahnung davon, womit man diesen denn befüllen sollte. Nach langen Recherchen im Internet und einer Mischung aus ungläubigem Staunen und nervösem Schock wurde mir bewusst, dass ein Mensch also gar nicht so viel benötigt, um zu überleben: Vier Shirts, eine Jeans, Socken, Unterwäsche, Bikini, Erste-Hilfe-Kästchen (welcher, aufgrund des Sorgenreichtums meiner Mutter schnell zu einem Erste-Hilfe-Kasten mutierte), Taschenlampe, Taschenmesser, diverse Hygieneartikel, Kreditkarten, Reisepass und ein paar Geldscheine – schon ist man theoretisch bereit für die Welt da draußen.

So ziehe ich in der Praxis auch los. Und tausche Alltag gegen Nomadenleben.  (Tanja Zimmermann, derStandard.at, xx.10.2013)

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    foto: tanja zimmermann
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