Hoffnung auf Durchbruch im Fall Maddie: Polizei zeigt Phantombilder

14. Oktober 2013, 12:12
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Festnahme am Sonntag von Scotland Yard wieder dementiert

London - Nach neuen Ermittlungen im Fall der spurlos verschwundenen Maddie McCann hofft die britische Polizei auf einen Durchbruch: Sowohl im Zeitablauf als auch bei der bisherigen Version der Geschehnisse um das Verschwinden des Mädchens in Portugal im Mai 2007 habe es "bedeutende Veränderungen" gegeben, teilte Scotland Yard am Sonntag nach neuen zweijährigen Ermittlungen mit. Die Erkenntnisse sollen am Montagabend in der BBC-Sendung "Crimewatch" vorgelegt werden. Die Polizei in London und Manchester dementierte unterdessen einen Bericht des "Sunday Mirror", wonach es in dem Fall eine Festnahme gegeben habe.

"Bei null angefangen"

Scotland-Yard-Chefermittler Andy Redwood sagte am Sonntag: "Wir haben bei null angefangen und alles neu analysiert, ohne das Vorhergegangene zu akzeptieren." Die Arbeit seines Teams habe neues Licht auf bisherige Erkenntnisse geworfen. Er hoffe, dass der TV-Appell zu "Informationen führen wird, die unsere Ermittlungen weiterbringen."

Die Polizei sucht vor allem nach einem Mann, der von zwei Zeugen zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden in der Nähe des Ferienressorts gesehen wurde. Der Mann meldete sich in den vergangenen sechs Jahren bei keiner zuständigen Polizeistelle. Nun wurde sein Phantombild veröffentlicht. "Dieser Mann könnte oder könnte nicht der Schlüssel zur Lösung dieses Falles sein", sagte Redwood: "Ihn aufzuspüren und mit ihm zu sprechen hat auf jeden Fall eine enorme Wichtigkeit für uns."

Offenbar wegen der von den Zeugen angegebenen Tatsache, dass der Gesuchte möglicherweise deutsch sprach, will die britische Polizei auch in Deutschland und den Niederlanden um neue Hinweise zu dem Fall bitten. "Aktenzeichen XY" will dem verschwundenen Mädchen am Mittwoch einen längeren Bericht widmen, in dem ebenfalls Maddies Eltern zu Wort kommen werden.

Nach Informationen der "Sunday Times" könnte Maddie nach einem Einbruch in das Ferien-Apartment der McCanns entführt worden sein. Ihre Eltern, die Ärzte Kate und Gerry McCann, hatten die damals fast vierjährige Maddie und ihre jüngeren Geschwister während eines Abendessens in der Wohnung zurückgelassen.

Portugal: Polizei stellte Ermittlungen 2008 ein

Nach Berichten vom Sonntag will die Polizei in einer 25-minütigen detaillierten Rekonstruktion neue Phantombilder von möglichen Verdächtigen ausstrahlen, die sich zur Zeit des Verschwindens von Maddie in der Ferienanlage Praia da Luz an der Algarve-Küste aufgehalten haben könnten. Scotland Yard hatte zuvor mitgeteilt, man wolle die Telefondaten sämtlicher Menschen auswerten, die sich damals in dem Feriendorf aufgehalten hätten.

Die portugiesische Polizei hatte ihre Ermittlungen 2008 eingestellt. Scotland Yard hatte den Fall im Jahr 2011 in die Hand genommen, nachdem sich der britische Premierminister David Cameron persönlich dafür eingesetzt hatte. Im Juli hatte die Londoner Polizei bekannt gegeben, es hätten sich bei den Untersuchungen 41 "Personen von Interesse" herausgebildet, darunter 15 Briten. In 31 Fällen seien Polizeikräfte im Ausland, überwiegend in Europa, um Mithilfe gebeten worden.

Ein Bericht des "Sunday Mirror", nach dem ein Brite in Zusammenhang mit dem Fall festgenommen worden sei, wurde am Sonntag dementiert. "Ich kann das nicht bestätigen. Das ist nicht wahr", sagte eine Sprecherin der Greater Manchester Police (GMP) der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte auch Scotland Yard in London auf Anfrage erklärt, man könne keine Festnahme bestätigen. (APA, 13.10.2013)

  • Die Polizei sucht nach diesem Mann.
    foto: epa/metropolitan police

    Die Polizei sucht nach diesem Mann.

  • Maddies Eltern suchten öffentlich nach ihrer Tochter.
    foto: dpa/claudio onorati

    Maddies Eltern suchten öffentlich nach ihrer Tochter.

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