69 Prozent sind mit Ausgang der Wahl unzufrieden

11. Oktober 2013, 19:05
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STANDARD-Umfrage: Mehrheit sieht Denkzettel für die Koalition - Besonders Junge sehen schlechtes Signal

Linz - Sieben von zehn Wahlberechtigten sagen, dass sie mit dem Ausgang der Nationalratswahl unzufrieden seien - 24 Prozent sind gar nicht zufrieden, 45 Prozent nennen sich weniger zufrieden. Überwiegend zufrieden sind 24, völlig zufrieden nur drei Prozent - nur bei den Freiheitlichen zählt sich jeder zweite Wähler in die Gruppe der mehr oder weniger Zufriedenen.

Besonders unzufrieden sind jene, die angeben, die Grünen gewählt zu haben. In dieser Gruppe sind 93 Prozent vom Wahlausgang enttäuscht. Das geht aus einer in dieser Woche durchgeführten Market-Umfrage für den STANDARD hervor.

"Schlechtes Signal für die Zukunft"

Gefragt wurde auch, ob das Ergebnis gut für die Zukunft Österreichs sei. Dem stimmen nur elf Prozent zu. Jeder dritte Befragte sagt dagegen, dass das Ergebnis ein schlechtes Signal für die Zukunft sei. Das gilt besonders für Jungwähler: 45 Prozent befürchten, dass das Ergebnis wenig Gutes bringen könnte.

Die Wahl vom 29. September hat der Bundesregierung einen Denkzettel gebracht - darüber sind sich die österreichischen Wahlberechtigten weitgehend einig. 58 Prozent teilen diese Einschätzung. Allerdings: Wirklich erwünscht war dieses Ergebnis nicht: In der Zeit vor der Wahl hatte der STANDARD durch das Linzer Market-Institut erheben lassen, ob diese Folge der Wahl angestrebt würde - damals lagen die Zustimmungsraten zwischen 46 Prozent im August des Vorjahres und 35 Prozent etwa zehn Tage vor der Wahl. Dies ist auch in der Grafik ersichtlich.

FPÖ wird als Sieger empfunden

Die Grafik belegt auch, dass 39 Prozent die FPÖ als Sieger dieser Wahl ansehen. Vor der Wahl hat Market gefragt, ob man sich wünsche, dass die FPÖ stark zulegt und zur meistbeachteten Partei der Wahl wird. Das hatten vor der Wahl nur elf Prozent gewollt.

Neben der FPÖ werden auch die erstmals ins Parlament einziehenden Neos als Sieger der Wahl empfunden, gleich 23 Prozent würden sie sich auch in der nächsten Bundesregierung wünschen. Das ist ein fast so hoher Wert wie ihn die SPÖ erreicht. Umgekehrt wünschen sich nur acht Prozent die SPÖ ausdrücklich in der Opposition, sechs Prozent wollen das von der ÖVP.

Was sich infolge des nun bekannten Wahlresultats auch abzeichnet: Die Erwartung, dass Reformen angegangen werden, sinkt - von 62 Prozent im September auf 52 Prozent zwei Wochen nach der Wahl. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 12.10.2013)

  • 52 Prozent der Befragten sagen: In Österreich sollen Reformen zügig angegangen werden.
    grafik: der standard

    52 Prozent der Befragten sagen: In Österreich sollen Reformen zügig angegangen werden.

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