Mazda CX-5: Japans Musketier

11. Oktober 2013, 16:43
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Trendig, wendig, geräumig und total stimmig: kein Wunder, wenn der CX-5 vorne mitmischt bei kompakten SUVs

Mit Rot nach Azur. So könnte man diesen Bericht beginnen. Der Auftrag lautete, den roten CX-5 auf seine Langstreckenqualitäten abzuprüfen. Das ließ sich ideal kombinieren mit unseren Plänen, die Côte d'Azur, überhaupt die ganze Provence, zu bereisen. Es kam schön was zusammen, 3700 km insgesamt. Und schon hier lässt sich sagen, der Japaner hat eine tadellose Performance geboten.

Im Detail: Wir fuhren den CX-5 mit dem stärksten Diesel, CD175, mit 175 PS. Ein moderner Diesel, der keine Wünsche hinsichtlich Kraft und Spritzigkeit offen ließ. Auf deutscher Autobahn bei dort erlaubten Tempi notierten wir Windgeräusche jenseits der 150 km/h, der Motor hingegen ist stets vornehm zurückhaltend, vielleicht verhält sich das dann im Winter bei Kaltstart etwas anders.

Mazda rüstet den Motor auch mit Start-Stopp-Funktion aus, was dem Verbrauch zugute kommt. Mit einer Tankfüllung kommt man gefühlt durch halb Europa, und das, obwohl der Tank "nur"  58 Liter fasst. Für die Gesamtdistanz errechnete der Bordcomputer einen respektablen Wert von 7,5 l / 100 km, zumal im Verbrauchskapitel auch noch der Allradantrieb zu berücksichtigen ist.

Aufgefallen sind außerdem das angenehm straffe Fahrwerk, eine gefühlvolle Lenkung und diese unerwartete Agilität, die scheinbar im Widerspruch zur Fahrzeugtype (SUV) und zur Größe dieses Mazda steht. Auch hier, nicht nur beim Verbrauch, zahlt sich aus, dass enorm aufwändiger Leichtbau betrieben wurde.

Reichlich Raum

Bei einem Langstreckentest dieser Art, mit mehreren Personen an Bord, ist man froh, wenn sich genügend Fächer und Ablagen finden – und da gab's nichts zu bemängeln, der CX-5 ist ein wahrer japanischer Musketier: Einer für alle(s). Platz war reichlich vorhanden, nur der Kofferraum kommt trotz 503 Litern doch an seine ­Kapazitätsgrenzen, schränkt man sich beim Reisegepäck nicht ein.

Weil wir auch Sur le pont Station machten, in Avignon, warum nicht schnell ein wenig Gegenpapst spielen? Bekanntlich residierten dort 1309 bis 1377 die Kirchenfürsten, Stichwort "Babylonische Gefangenschaft der Kirche" , und schon sind wir zurück beim CX-5, den man nämlich bei kompakten SUVs glatt zum Ge­genpapst ausrufen kann. Hier sitzt bekanntlich seit Jahren der Tiguan auf dem Thron. Subjektiver Eindruck? Der Mazda verstaubt den VW in der Summe seiner Eigenschaften.

Angenehm überrascht war der Tester auch von der Bose-Anlage, das hatte er in diesem Fahrzeug gar nicht erwartet.

Beim Design scheiden sich die Geister: Wer SUVs nicht mag, wird auch mit dem CX-5 wenig anfangen können. Uns gefiel der mächtige Kühlergrill und überhaupt das Erscheinungsbild. Und wenn etwas zu bedauern ist, dann vielleicht, dass die Côte d'Azur für uns schon wieder Geschichte ist. (Stephan-Alexander Krenn, DER STANDARD, 11.10.2013)

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Mazda

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Der CX-5 ist dank aufwändigen Leichtbaus einer der schlanksten Beiträge in seiner Liga, einer der agilsten obendrein. Und fesch ist er auch noch.
    foto: christian fischer

    Der CX-5 ist dank aufwändigen Leichtbaus einer der schlanksten Beiträge in seiner Liga, einer der agilsten obendrein. Und fesch ist er auch noch.

  • Bis zu 1620 Liter Gepäck schluckt der CX-5. Vollbesetzt bleiben noch etwas mehr als 500 Liter.
    foto: christian fischer

    Bis zu 1620 Liter Gepäck schluckt der CX-5. Vollbesetzt bleiben noch etwas mehr als 500 Liter.

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