Peter Higgs erleichtert, dass es vorbei ist

11. Oktober 2013, 13:28
15 Postings

Pressekonferenz an der Universität Edinburgh: Webcast zur Nachlese abrufbar

Edinburgh - Als am Dienstag die beiden Gewinner des diesjährigen Physik-Nobelpreises bekanntgegeben wurden, stellte sich nur einer der Laureaten dem Blitzlichtgewitter: Der Belgier François Englert, der die verdiente Aufmerksamkeit auch sichtlich genoss. Sein britischer Kollege Peter Higgs hingegen hatte sich schon vorab dem erwartbaren Medienrummel entzogen und war nicht erreichbar.

In einem vorbereiteten Statement ließ der vom großen Favoriten tatsächlich zum Nobelpreisträger Gewordene über die Universität von Edinburgh verlautbaren: "Ich bin überwältigt, diesen Preis zu bekommen und danke der Königlichen Akademie in Schweden." Zugleich dankte er all denen, die an der Entdeckung des Teilchens, dessen Existenz er 1964 vorhergesagt hatte, mitgearbeitet hatten.

Zurück in der Öffentlichkeit

Nach drei Tagen der Zurückgezogenheit stellte sich Peter Higgs aber der Öffentlichkeit. Die Universität von Edinburgh hielt vor ausgewählten Journalisten eine Pressekonferenz ab, die als Webcast übertragen wurde und zur Nachlese als Video online gestellt werden soll. Higgs zeigte sich erfreut und auch erleichtert - nicht zuletzt darüber, dass es nun vorbei ist. Dass er den Preis gewonnen hat, erfuhr er dadurch, dass ihm eine ehemalige Nachbarin auf der Straße gratulierte, als er vom Mittagessen zurückkam.

Im Verlauf der etwa halbstündigen Veranstaltung berichtete Higgs zunächst von seiner Schulzeit und dass es ihn ursprünglich eher in die Chemie und die Mathematik als in die Physik gezogen hatte. Er verband dies auch mit dem Ratschlag an heutige Studierende, sich solide mathematische Grundkenntnisse anzueignen - man könne nicht alles mit dem Computer machen. Bei der Frage, ob es auch künftige Generationen britischer Nobelpreisträger geben werde, verwies Higgs darauf, dass er sich seit 17 Jahren im Ruhestand befindet und daher kaum Aussagen zur Qualität der Ausbildung machen könne. Er sei sich bewusst, dass es Probleme im Schulsystem gebe, glaube aber nicht an einen Niedergang.

Wie es weitergeht

Eine Journalistenfrage drehte sich darum, was nach dem Higgs-Boson kommen kann. Den Nachweis des Teilchens hält der Nobelpreisträger nur für einen ersten Schritt - auch wenn manchmal der Eindruck entstanden sei, "diese Maschine" am CERN sei nur für diesen Zweck gebaut worden. Darauf, was für ihn persönlich als nächstes kommt, hatte Higgs hingegen eine konkrete Antwort parat: "Offenbar eine Reise nach Stockholm." (jdo, derStandard.at, 11. 10. 2013)

  • Das vermutlich meistverwendete Foto von Peter Higgs dieser Tage: Es passt einfach zu gut zum selbstgewählten Verschwinden des Nobelpreisträgers. Doch nun kehrte Higgs auf die öffentliche Bühne zurück:
    foto: reuters/david moir

    Das vermutlich meistverwendete Foto von Peter Higgs dieser Tage: Es passt einfach zu gut zum selbstgewählten Verschwinden des Nobelpreisträgers. Doch nun kehrte Higgs auf die öffentliche Bühne zurück:

  • Peter Higgs auf seiner ersten Pressekonferenz nach dem Gewinn des Nobelpreises.
    foto: apa/epa/graham stuart

    Peter Higgs auf seiner ersten Pressekonferenz nach dem Gewinn des Nobelpreises.

Share if you care.