Landesfeier ohne Kärntneranzug

10. Oktober 2013, 15:08
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Kärnten feierte die Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 - Die FPÖ nahm nur unter Protest teil

Klagenfurt - Anders als bisher wurde am Donnerstag die Kärntner Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 gefeiert. An diesem Tag stimmte die Kärntner Bevölkerung einst für den Verbleib bei Österreich. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) trat wie angekündigt ohne Kärntneranzug, jedoch mit dem Landeswappen auf der Gürtelschnalle auf. Er rief dazu auf, den Blick auf das Gemeinsame der Volksgruppen und auf die Zukunft zu richten. Umrahmt wurde die Veranstaltung traditionell von Fahnenschwingern, Chören und Militärmusik.

Kaiser kritisiert Instrumentalisierung des Feiertags

Kaiser kritisierte dabei die aus seiner Sicht in der Vergangenheit passierte Instrumentalisierung des Landesfeiertags. "Wer heute noch immer glaubt, zwischen den Kärntnerinnen und Kärntnern, die sich im Gegensatz zu manchen politischen Agitatoren weiterentwickelt haben, Neid und Zwietracht säen zu müssen, schlägt neue, blutige Wunden in unsere Heimat." Kaiser hielt Teile seiner Rede auf Slowenisch und dankte Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) und Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler (FPÖ) für deren Beitrag zur Lösung der Ortstafelfrage.

Auch Josef Feldner vom Heimatdienst zeigte sich zufrieden mit der Lösung und sagte, Kärnten habe sich mit dem Ortstafelstreit jahrelang lächerlich gemacht. Marjan Sturm, Obmann des Zentralverbands der slowenischen Organisationen Kärntens, erinnerte sich zurück an die Aufnahme der Gespräche, die schließlich zur Ortstafellösung führten.

FPÖ-Politiker nahmen unter Protest teil

Kritik an der Durchführung der Veranstaltung kam von der FPÖ und dem Abwehrkämpferbund. Vertreter der Abwehrkämpfer blieben der Feier trotz Einladung fern. FPÖ-Chef Christian Ragger und sein Klubobmann Christian Leyroutz warfen Kaiser ihrerseits politische Vereinnahmung vor und nahmen unter Protest an der Veranstaltung teil. Für die Freiheitlichen kam das Opfergedenken zu kurz, zudem vermissten sie das Absingen der vierten Strophe der Landeshymne. Diese entstand erst 1930 und beschwört in martialischer Manier den Abwehrkampf ("Wo man mit Blut die Grenze schrieb").

Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) ließ sich einen Seitenhieb auf den ohne Kärntneranzug auftretenden Landeshauptmann nicht nehmen: "Es sollte jeder anziehen, was er will. Aber an manchen Tagen sollte man unsere Kärntner Kultur hochhalten." (APA, 10.10.2013)

  • Peter Kaiser: "Wer heute noch immer glaubt, zwischen den Kärntnerinnen und Kärntnern Neid und Zwietracht säen zu müssen, schlägt neue, blutige Wunden in unsere Heimat."
    foto: lpd/fritzpress

    Peter Kaiser: "Wer heute noch immer glaubt, zwischen den Kärntnerinnen und Kärntnern Neid und Zwietracht säen zu müssen, schlägt neue, blutige Wunden in unsere Heimat."

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