Brasilien: Besser bald!

14. Oktober 2013, 07:19
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Sascha Aumüller erklärt, warum sich Brasilien akut aufdrängt als Reiseziel für Abenteuer im Kopf, in der Natur und in der Architektur

Erstens: Gastländer der Frankfurter Buchmesse haben immer auch literarische Reiseempfehlungen im Handgepäck. Aktuelles Beispiel Brasilien: Insgesamt 48 neue Übersetzungen ins Deutsche bringt das Land mit, und wie gut manche davon als alternative Reiseführer funktionieren, zeigte schon Luiz Ruffatos São-Paulo-Stadtroman Es waren viele Pferde. Intensiver kann man sich auf ein Land nicht vorbereiten!

Zweitens gilt bald schon in Brasilien: Großereignisse wie die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 machen ein Reiseland nicht unbedingt günstiger. Aber sie bedingen auch neue Infrastrukturen: Viele der Hotelzimmer, die ab 2014 teuer zu haben sein werden, sind bereits bezugsfertig und bis jetzt noch vergleichsweise preiswert.

Drittens hat Brasilien derzeit einen unschlagbaren verwaltungstechnischen Vorteil gegenüber Ländern wie - sagen wir mal - den USA. Staatsschulden sind dort kein Grund, dass Nationalparks einfach schließen. 62 existieren insgesamt in Brasilien, immerhin 15 der Schutzgebiete sind einfach von den großen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro zu erreichen.

Viertens gibt es in Brasilien auch nach Oscar Niemeyer Kontinuität für architektonisch Interessierte: Galt früher Brasília als der Spielplatz für die tropische Moderne, übernimmt diese Rolle heute Brumadinho. Im dortigen Kunst- und Architekturpark verewigt sich gerade eine neue Generation brasilianischer Architekten.

Fünftens hat Brasilien sogar ein paar Locations, die alle zuvor genannten Punkte wenigstens im Ansatz vereinen: das Hotel Unique in einer Grünoase São Paulos etwa. Es gilt als Referenzobjekt moderner brasilianischer Architektur - und ist dabei gerade noch leistbar. (Sascha Aumüller, Rondo, DER STANDARD, 11.10.2013)

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