Mazedonischer Bub kehrt zu seinem Vater zurück

6. August 2003, 11:21
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Mittwoch Übergabe an die deutschen Behörden - Rushit wurde am Wochenende auf Tauernautobahn in Kärnten aufgegriffen

Jener aus Mazedonien stammende Bub, welcher vor wenigen Tagen in Kärnten aufgegriffen wurde, wird am Mittwoch den deutschen Behörden übergeben. Diese werden den Weitertransport zu seinem in Aachen lebenden Vater organisieren. Dies teilte Heinz Novak von der Fremdenpolizei der Bezirkshauptmannschaft Villach am Dienstag mit.

Vorangegangen waren intensive Gespräche mit dem Vater und den deutschen Behörden. Dabei hatte der erfahrene Beamte den Eindruck gewonnen, dass der knapp zwölf Jahre alte Rushit M. beim Vater nicht gerade willkommen zu sein scheint. In Österreich hat den mazedonische Bub, der sehr gut Deutsch spricht, den Status eines "Illegalen". Er ist jedoch nicht strafmündig und wird deshalb auch nicht in Schubhaft genommen. Rushit befand sich am Dienstag in einem Kinderheim in Treffen bei Villach.

Aufenthaltsbewilligung war abgelaufen

Rushit lebte seit einigen Jahren bei seinem Vater und dessen Lebensgefährtin in Aachen. Weil die Aufenthaltsbewilligung abgelaufen war, setzte der Vater den Buben am Samstag in Aachen in den Bus in die Heimat, wobei ein Bekannter als Begleitperson fungierte. Am Grenzübergang Karawankentunnel verweigerten die slowenischen Behörden die Einreise, weil der Reisepass des Buben abgelaufen war. Er musste zurück bleiben, während der Bekannte nach Totovo in Mazedonien weiterfuhr und von dort aus den Vater unterrichtete.

Inzwischen war Rushit in einen Bus zurück nach Deutschland gestiegen. Auf dem Autobahnrastplatz in Feistritz/Drau (Bezirk Villach-Land) stieg er aus, weil er offensichtlich nicht mehr zurück nach Deutschland wollte. Es könnte aber auch der Fall sein, dass Rushit den Bus verpasst hatte. Er selbst hat dazu noch keine Angaben gemacht.

Am Sonntag um 1.15 Uhr wurde er jedenfalls von der Autobahngendarmerie aufgegriffen. Der Bub berichtete den Beamten, dass seine Eltern ohne ihn im Bus Richtung Mazedonien gefahren seien. "Sie sind vorne gesessen, ich habe im rückwärtigen Teil geschlafen, sie haben nicht bemerkt, dass ich aus dem Bus gestiegen bin", gab er an.

Bei der Einvernahme durch die Fremdenpolizei erzählte Rushit dann am Montag, dass er von zu Hause ausgerissen sei, weil er mit dem Vater Streit gehabt hätte. Dieser habe gedacht, sein Sohn sei über das Wochenende bei einem Freund. "Ich wollte zur Großmutter in die Heimat, aber ich bin nicht über die Grenze nach Slowenien gekommen", gab er an. Mittlerweile war in Deutschland bekannt geworden, dass Rushit das Aufenthaltsrecht verloren habe. Damit konfrontiert gab er schließlich zu, vom Vater in den Bus gesetzt worden zu sein.

Schon einmal hat ein Bub aus Ex-Jugoslawien in Kärnten für Aufregung gesorgt. Im September 1997 war auf der Autobahn bei Villach ein damals 14-Jähriger aufgegriffen worden. Er war aus Bosnien ausgerissen, um zu seiner in Stuttgart lebenden Tante zu gelangen. (APA)

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