"Trauermusik" und "Konzertreißer"

5. August 2003, 19:08
posten

Die Philharmoniker in Salzburg

Salzburg - Mit der Uraufführung eines überaus reich instrumentierten, vom Charakter her ernsten und getragenen Stückes des spanischen Komponisten Christobal Halffter eröffneten die Wiener Philharmoniker am Montagabend im Großen Festspielhaus ihr zweites Konzert im Rahmen der diesjährigen Salzburger Festspiele. Dirigent Semyon Bychkov verschaffte der Auftragsarbeit der Festspiele unter dem Titel "Adagio en forma de ronda" das denkbar beste Entree ins Konzertleben. Die von den Ereignissen des 11. September beeinflusste, melancholische "Trauermusik" beeindruckte mit ihren flirrenden Klangflächen und der dunklen Farbgebung das internationale Publikum. Widmungsträger des Werkes sind die Wiener Philharmoniker.

Das Spätabendkonzert bot neben dem Novum effektvolle "Konzertreißer", wie Tschaikowskys fünfte Symphonie und Beethovens drittes Klavierkonzert, das von Tastenstar Jewgenij Kissin in ein glasklar artikuliertes, etwas kaltes Virtuosenstück verwandelt wurde. Die "Wut über den verlorenen Groschen" folgte als heftig akklamierte Zugabe und machte deutlich, dass rasantes Tempo und fulminantes Könnertum Kissins Hauptqualitäten sind. Für enormen Publikumsjubel sorgte die viel gespielte heroische "Fünfte" des russischen Meisters. Im Eifer des dirigentischen Gefechtes kam es zwischen dem Temperamentbündel Bychkov und den allzu tief hängenden ORF-Aufnahmemikrofonen zu einem kurzen Schlagabtausch. (APA)

Share if you care.