UNO mit Anlauf der Friedensmission zufrieden

6. August 2003, 17:13
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Eigene Truppen im größeren Umfang in Aussicht gestellt

New York - Die Vereinten Nationen haben den Beginn der Friedensmission in Liberia mit Erleichterung aufgenommen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte am Montagabend insbesondere den schnellen Anlauf der Aktion, nachdem der Weltsicherheitsrat sie einstimmig gebilligt hatte. Das UNO-Gremium hatte vergangenen Freitag beschlossen, die Friedenstruppe der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS zu unterstützen und sie von Oktober an mit einer internationalen Blauhelmeinheit zu ersetzten.

Gestern, Montag, waren als erstes Kontingent der ECOWAS-Truppe 198 nigerianische Soldaten in Monrovia eingetroffen. Sie wurden von den Einwohnern der liberianischen Hauptstadt begeistert begrüßt. Bis zum 17. August sollen rund 770 Nigerianer in Liberia stationiert werden. Insgesamt werden dort etwa 3.250 westafrikanische Soldaten erwartet, um die Kämpfer der Rebellen und die Truppen sowie die Milizen des noch amtierenden Präsidenten Charles Taylor zu trennen.

Der für Blauhelmeinsätze zuständige stellvertretende UNO-Generalsekretär Hedi Annabi erklärte, die spätere UNO-Mission werde sich an den Erfahrungen im Nachbarland Sierra Leone orientieren. Dort waren zeitweise bis zu 17.500 UNO-Soldaten stationiert. Sie trugen mit dazu bei, dass der seit 1991 tobende Bürgerkrieg im November 2000 schließlich mit einem Friedensvertrag beendet wurde.

Eine Beteiligung der USA an der UNO-Truppe für Liberia blieb vorerst weiterhin ungewiss. Washington hat bisher lediglich zehn Millionen Dollar (8,84 Mio. Euro) für logistische Hilfe zugesagt. Ferner wurden drei Kriegsschiffe vor die Küste Liberias entsandt, von denen zwei bereits eingetroffen sind. Ein ranghoher amerikanischer Regierungsbeamter deutete am Montagabend an, dass einige der auf diesen Schiffen stationierten Soldaten durchaus an Land gehen könnten, um die angelaufene ECOWAS-Friedensmission zu unterstützen. (APA/AP)

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