CIA hält jüngstes El-Kaida-Tonband für authentisch

6. August 2003, 06:58
posten

Genauer Zeitpunkt der Aufnahme nicht feststellbar

Washington - Der amerikanische Geheimdienst CIA hält die jüngste Tonbandaufnahme, die dem Terrornetzwerk El Kaida zugeschrieben wird, für authentisch. Bei dem Sprecher handele es sich allem Anschein nach um Aiman el Zawahiri, den mutmaßlichen Stellvertreter Osama bin Ladens, erklärte ein CIA-Beamter am Montag in Washington. Dies hätten technische Analysen des Bandes ergeben.

In der Aufnahme, die am Sonntag erstmals vom Fernsehsender Al Arabiya veröffentlicht wurde, schwört der Sprecher den USA Rache, falls den Gefangenen auf Guantanamo Leid zugefügt werden sollte. Er bezog sich dabei auf die Ankündigung von Militärgerichtsverfahren, die mit Todesurteilen enden könnten. Alle, die die Häftlinge an Amerika ausgeliefert hätten, würden ebenfalls einen hohen Preis zahlen. US-Justizminister John Ashcroft hatte daraufhin vor der "sehr realen" Gefahr weiterer Terrorakte gewarnt. Aus Furcht vor Anschlägen schränkten die USA den visafreien Transitverkehr über ihre Flughäfen ein.

Der Zeitpunkt der Tonbandaufnahme war laut CIA nicht feststellbar. Der Bezug auf die Guantanamo-Prozesse lasse jedoch darauf schließen, dass das Band innerhalb des letzten Monats erstellt worden sei. Der Aufenthaltsort Zawahiris blieb weiterhin unbekannt. Die USA vermuten ihn ebenso wie Bin Laden, dessen Name auf dem Band nicht erwähnt wurde, im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Ob beide dort gemeinsam an einem Ort vermutet werden, sagte der CIA-Beamte nicht. Ein anderer CIA-Beamter sagte, die Veröffentlichung des Tonbandes habe möglicherweise das Ziel gehabt, den El-Kaida-Mitgliedern zu zeigen, dass ihrer Anführer am Leben und einsatzfähig seien. "Es ist nur ein Flagge zeigen", sagte der Beamte.

Auf ihrem Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba halten die USA mehr als 600 Gefangene aus 42 Ländern aus dem Afghanistan-Krieg fest. Im vergangenen Monat hatten die USA erklärt, sechs der Guantanamo-Gefangenen könnten vor ein Militärgericht gestellt werden. Ihnen wird die Teilnahme an terroristischen Trainingslagern und an der Finanzierung El Kaidas vorgeworfen. El Kaida wird hinter den Flugzeuganschlägen vom 11. September 2001 in den USA vermutet, bei denen rund 3000 Menschen getötet wurden. Die Gruppe wird auch für Anschläge in Saudiarabien und Marokko in diesem Jahr verantwortlich gemacht. (APA/AP/Reuters)

Share if you care.