Arabische Liga berät nicht über Truppenentsendung

5. August 2003, 15:57
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Diskussion des US-Ersuchens von der Tagesordnung gestrichen

Kairo - Die in Kairo versammelten arabischen Außenminister werden nicht über das Ersuchen der US-Regierung um Entsendung arabischer Truppen in den Irak beraten. Das Thema wurde nach Angaben des Generalsekretärs der Arabischen Liga, Amr Mussa (Ägypten), von der Tagesordnung der Beratungen am Dienstag gestrichen. Einige Länder hätten sich darum bemüht, doch habe der Antrag nicht die Mehrheit erhalten. Es sei "nicht akzeptabel", darüber zu diskutieren, solange der Irak unter fremder Okkupation stehe und über keine Regierung verfüge, sagte Mussa.

An der Sondersitzung nehmen die Außenminister Ägyptens, Jordaniens, Syriens, des Libanon, Palästinas, Saudiarabiens, Bahrains, Katars, Algeriens, Libyens, Marokkos und des Jemen teil. Diese Länder bilden das "Beobachtungskomitee" der Arabischen Liga. "Irakische Vertreter", über deren Identität keine Angaben gemacht wurden, hatten gegenüber Generalsekretär Mussa ihre Vorbehalte dagegen vorgebracht, dass arabische Kontingente "unter Vormunschaft" der amerikanischen Besatzungstruppen in ihrem Land stationiert würden.

Saudiarabiens Außenminister Prinz Saud el Faisal hatte erklärt, sein Land werde unter den derzeitigen Bedingungen keine Truppen in den Irak entsenden. Dafür wäre ein Ersuchen seitens einer "legitimen irakischen Regierung" unverzichtbar. Libanesische Zeitungen hatten berichtet, dass US-Präsident George W. Bush bei seinem Gipfeltreffen mit den arabischen Verbündeten am 3. Juni in Sharm el Sheikh die Stationierung von ägyptischen, jordanischen und saudiarabischen Einheiten im Irak verlangt hätte.

Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. (Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden.) Zu den Gründungsmitgliedern der Liga - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien - kamen später Algerien, der Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti (Djibouti) und die Komoren hinzu. (APA)

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