Schwedische Experten wollen Hinweise auf Waffenprogramme gefunden haben

5. August 2003, 17:50
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Angeblich Hinweise über Herstellung von C- und B-Waffen noch im vergangenen Jahr - Regierung in Stockholm kritisiert Bericht

Stockholm - Schwedische Rüstungsexperten haben bei einem Geheimbesuch im Irak Hinweise auf verbotene Waffenprogramme gefunden. Das teilte der Leiter der Expertendelegation, Aake Sellström, von der Behörde für Verteidigungsforschung, am Montag in Stockholm mit. Sein Team sei im Juni auf Hinweise gestoßen, wonach die irakische Regierung noch im vergangenen Jahr ein Programm zur Herstellung von chemischen und biologischen Waffen betrieben habe.

Sellström hielt sich nach eigenen Angaben in Begleitung zweier weiterer Experten für Massenvernichtungswaffen im Irak auf, um ein monegassisches Fernsehteam bei der Bewertung von Informationen zu beraten. Dabei sei jedoch nicht klar geworden, ob das Regime des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein tatsächlich Waffen hergestellt habe, sagte der Experte der Nachrichtenagentur AP. Es habe sich jedoch gezeigt, dass ein Interesse an Massenvernichtungswaffen bestanden und im Irak über eine entsprechende Organisationsstruktur verfügt habe.

Die schwedische Verteidigungsministerin Leni Björklund kritisierte Sellströms Erklärung und betonte, die Irak-Reise sei nicht von der Regierung genehmigt gewesen. Der Leiter der Behörde für Verteidigungsforschung, Hans Rehnvall, sagte, die Delegierten hätten im Irak keine überraschenden neuen Erkenntnisse gewonnen und kündigte einen Bericht über ihre Ergebnisse an. Dieser könne jedoch einer Übereinkunft mit dem monegassischen Fernsehteam zufolge erst nach Ausstrahlung von dessen Beitrag veröffentlicht werden.(APA/AP)

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