Erste Anklage gegen Angehörige der Zemun-Mafia erhoben

5. August 2003, 18:15
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Vorerst nicht wegen Djindjic-Mord sondern wegen Rauschgifthandels

Belgrad - Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität hat am Montag eine erste Anklage gegen Angehörige der "Zemun-Mafia" erhoben, die auch der Ermordung des Regierungschefs Zoran Djindjic am 12.März beschuldigt wird. Die jetzige Anklage gegen Angehörige der nach einem Belgrader Vorort benannten Mafia-Gruppe wurde allerdings nicht wegen des Djindjic-Morde erhoben.

Laut Justizministerium soll es sich bei dem ersten Angeklagten, Mladjan Micic alias "Pacov" ("Ratte"), um den Anführer der Zweigstelle des Zemun-Clans für den Rauschgifthandel in Richtung Österreich und der Schweiz handeln. Micic wird in der Anklageschrift aber nicht mit der Ermordung von Djindjic in Verbindung gebracht, sondern anderer Straftaten beschuldigt.

Nach der Ermordung von Djindjic war es in Serbien zu massenhaften Festnahmen gekommen. Im September beginnen in Belgrad Prozesse gegen führende Köpfe der Unterwelt. Nach Meinung von Beobachter in Belgrad scheint in der Ära nach Djindjic eine Abrechnung mit dem Erbe des in Den Haag angeklagten früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic begonnen zu haben, unter dessen Herrschaft Politik, Wirtschaft und Unterwelt ein Machtdreieck gebildet hätten.(APA)

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