Aidshilfe in Südafrika ist eine Kostenfrage

18. August 2003, 11:35
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Debatte um Gratispräparate für Schwangere

Durban/Nairobi - "Wir haben nie gesagt, dass wir keine Aidsmedikamente einsetzen wollen, aber es ist eine Frage der Kosten": Mit diesem Argument versuchte die südafrikanische Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang am Montag scharfer Kritik an der Aidspolitik ihres Landes zu begegnen.

In Durban läuft eine viertägige Aidskonferenz, "Schande" und "Aidsbehandlung jetzt" skandierten Delegierte während der Eröffnungsrede der Ministerin am Sonntag.

In Südafrika gibt es vor allem Debatten um den Einsatz des Mittels Viramune. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim gibt es nach Auskunft seiner Sprecherin Judith von Gordon kostenlos an Entwicklungsländer ab, wenn es infizierten Müttern und Babys bei der Entbindung gegeben wird. Es mindere das Aids-Übertragungsrisiko von der Mutter auf das Kind um mehr als die Hälfte.

Boehringer Ingelheim liefere das Mittel an 44 Länder, sagte von Gordon am Montag. Oft arbeite das Unternehmen mit Regierungen zusammen, noch stärker jedoch mit Hilfsorganisationen. In Südafrika gebe es nur Pilotprogramme. Dort leben derzeit etwa 4,7 Millionen HIV-Infizierte, mehr als in jedem anderen Land. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 5.8.2003)

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