Das Polit-Netzwerk des Frank S.

11. August 2003, 15:37
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Von Grasser bis Vranitzky: Die politische Farbenlehre des Frank Stronach kennt viele Nuancen - Nur Grüne fehlen noch auf der Gehaltsliste

Viel Blau, viel Rot, ein wenig Schwarz, aber gar kein Grün - das entspricht in groben Zügen der politische Farbenlehre von Frank Stronach in Österreich.

Sein spektakulärster Politikereinkauf ging im Sommer des Jahres 1998 über die Bühne, als sich der Magna-Gründer des zweiten Landeshauptmannstellvertreter Kärntens, den damals 29-Jährigen Karl- Heinz Grasser angelte. Mit vielen väterlichen Ratschlägen und einem Rückfahrticket im Koffer entließ Stronach Grasser Anfang 2000 wieder - diesmal direkt auf die Regierungsbank im Nationalrat.

Nach vielen Verdächtigungen bezüglich Grassers "Hilfeleistung" in der Eurofighter- Frage - EADS-Hauptaktionär und Magna-Hauptkunde ist DaimlerChrysler - wird Grasser nun im Zuge der Debatte um die Voest-Privatisierung allzu große Nähe zum Interessenten Magna nachgesagt.

Magna-Topmanager Siegfried Wolf wurde von Grasser in den Aufsichtsrat der Verstaatlichtenholding ÖIAG geholt. Stronach hat Grassers Rückkehrmöglichkeit zum Magna-Konzern zuletzt ausdrücklich erneuert.

Aus der blauen Riege arbeiten heute Exminister Mathias Reichhold, Michael Passer (Ehemann von Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer) sowie Exklubchef Peter Westenthaler für Stronach - Letzterer im Bundesliga-Vorstand.

Aus dem roten Reichsdrittel sitzen im Magna-Aufsichtsrat Exkanzler Franz Vranitzky sowie Ex-Bank-Austria-Chef Gerhard Randa, heute HypoVereinsbank-Vorstand. Zuletzt engagierte Stronach den Ex-Chef der Wiener Sicherheitswache, Franz Schnabel, als neuen Sicherheitschef. Viktor Klimas "Spin Doctor" Andreas Rudas erledigt wie einst Grasser die PR-Arbeit.

Von ÖVP-Seite wurde zuletzt der frühere Raiffeisen- Topmanager Karl Nigl für die Magna Entertainment engagiert. Nicht auf Stronachs Gehaltsliste, aber in engerer fördernder Verbindung zum Magna-Konzern steht Steiermarks VP-Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl. (miba/DER STANDARD Print-Ausgabe, 5.8.2003)

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