Aber beachten Sie das Kleingedruckte

12. August 2003, 09:28
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Mit vorbezahlten Calling Cards kann man den hohen Handygebühren aus dem Ausland ein Schnippchen schlagen

Wer aus dem Ausland vom Handy nach Österreich telefoniert, ärgert sich oft über hohe Roaminggebühren. Calling Cards können bei diesem Problem Abhilfe schaffen. Das Prinzip ist einfach: Man kauft sich noch in Österreich eine Calling Card, die mit variierenden Guthaben bestückt wird. Vom Urlaubsort wählt man dann eine Einwahlnummer, gibt einen Code ein und telefoniert günstiger als über Roaming – egal ob vom Handy, Hotel- oder Münztelefon.

Zwischen 19 und 99 Cent

Zwischen 19 und 99 Cent pro Minute liegen die Tarife der Calling Cards aus den beliebtesten Urlaubsländern Italien, Griechenland und Spanien. Die günstigsten Gebühren der heimischen Handynetzbetreiber betragen knapp unter einem Euro.

Der Standard hat recherchiert, wie viel Konsumenten im Einzelfall wirklich sparen können. Vier Anbieter internationaler Calling Cards, die in Trafiken oder an Tankstellen verkauft werden, wurden eruiert: Tele2, Telekom Austria, Mitacs und Median. Mit diesen kann man aus dem Ausland nach Österreich telefonieren. Bei der Recherche hat sich gezeigt, dass die Ersparnis zwar auf den ersten Blick häufig verlockend klingt, der Aufwand den billigsten Tarif zu finden aber unverhältnismäßig hoch ist.

Unübersichtlich

Zum Teil unübersichtliche Tariflisten verhindern eine genaue Kalkulation, Preise für Anrufe zum Festnetz und zu Mobiltelefonen sind unterschiedlich. Je nach Netzbetreiber fallen unterschiedliche Aufschläge an, will man die Tarife vergleichen, muss man schon vorher wissen, welche Netze man in Österreich anrufen wird. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: Die Einwahlnummer ist zwar in Österreich, aber nicht notwendigerweise im Ausland gratis, was neuerlich zu unerwarteten Gebühren führen kann. Manche Calling-Card-Vertreiber bieten darum gebührenfreie Einwahlnummern für die einzelnen Länder an. Teuer kann es auch werden, wenn die Calling Card über das Hoteltelefon genutzt wird: Aufschläge sind möglich.

Aber beachten Sie das Kleingedruckte

Der VKI rät daher vor dem Kauf einer Calling Card, auch das Kleingedruckte genau zu prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Im Standard-Test stellte sich heraus, dass dafür einiges an Zeit investiert werden muss. Wesentlich günstiger kann man aussteigen, wenn man sich direkt im Urlaubsland von dortigen Telekomunternehmen eine Calling Card kauft.(Jasmin Bürger und Marlies Neumüller, DER STANDARD Printausgabe, 5. August 2003)

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