British Airways und KLM im Juli unterschiedlich stark erholt

11. August 2003, 18:45
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BA-Passagieraufkommen litt unter Streik - KLM von Sars-Folgen belastet

London/Amsterdam - Die beiden großen europäischen Fluggesellschaften British Airways und KLM haben sich im Juli unterschiedlich stark von der anhaltenden Schwäche in der Luftfahrtbranche erholt. Während bei British Airways - die Nummer eins in Europa - ein wilder BA-Streik im Juli sowohl Passagieraufkommen als auch die Auslastung der Flugzeuge jeweils um rund zwei Prozent drückte, litt der niederländische Rivale vor allem unter den Folgen der lebensgefährlichen Lungenkrankheit Sars.

KLM ist anders als seine europäischen Konkurrenten besonders stark vom Asien-Geschäft abhängig - die Fluggesellschaft rechnet mit einem Gewinnrückgang um 200 Millionen Euro im ersten Halbjahr allein wegen Sars.

Bei der BA drückte der wilde Streik seines Bodenpersonals am Londoner Flughafen Heathrow das Wachstum des Passagieraufkommens im Juli auf 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Fluggesellschaft am Dienstag in London mitteilte. Der Ladefaktor sank indes um 0,3 Prozentpunkte auf 76,4 Prozent. Der 24-stündige Streik gegen die geplante Einführung eines Stechuhrsystems kostet die BA früheren Angaben nach bis zu 40 Mio. Pfund (56,8 Mio. Euro). Wegen des Streiks waren mehr als 500 Flüge gestrichen worden; er durchkreuzte die Reisepläne von mehr als 100.000 Menschen. Die Gewerkschaften und die BA hatten den Streit vor kurzem beigelegt und auch die Gefahr weiterer Streiks gebannt. Die Aussichten für die Marktlage seien unverändert, der Ausblick weiterhin "anfällig", teilte die BA mit.

KLM: Kein Wachstum beim Passagieraufkommen

Anders als die BA schaffte die viertgrößte Fluggesellschaft in Europa, KLM, im Juli kein Wachstum beim Passagieraufkommen. Insgesamt flogen rund drei Prozent weniger Passagiere mit KLM als noch im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen in Amsterdam mitteilte. Allerdings zeichnete sich vor allem auf den Asien-Routen eine deutliche Erholung ab, wenngleich das Passagieraufkommen hier noch um neun Prozent zum Vorjahr zurückging - im Vergleich zum Juni zeichnete sich aber eine Verbesserung ab. Der Ladefaktor stieg im Juli dagegen anders als bei der BA leicht auf 83,8 Prozent nach 83,6 Prozent im Vorjahr (Juni 79,7 Prozent).

Analysten sahen bei KLM eine deutliche Erholung auf dem Weg, wenngleich von einem niedrigen Niveau. "Die Zahlen belegen, dass eine Erholung da ist. Man muss allerdings zugeben, dass diese von einem sehr niedrigen Niveaus ausgeht. Die Zahlen aus dem letzten Jahr waren bereits sehr niedrig", sagte ein Analyst.

Flüge nach Bagdad ausgesetzt

KLM teilte zudem mit, seine Flüge in die irakische Hauptstadt Bagdad noch mindestens bis zum Start des Winterflugplanes am 26. Oktober auszusetzen. Grund seien die Sicherheitswarnungen der US-Behörden für den Irak, wo es seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen noch zu zahlreichen Gefechten zwischen US-Soldaten und Irakern kommt.

BA-Aktien legten an einer freundlichen Londoner Börse mehr als ein Prozent zu auf 171,01 Pence, während die Titel von KLM gegen den Markttrend in Amsterdam um rund 1,5 Prozent verloren auf 8,61 Euro.(APA/Reuters)

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