Bahn dementiert Überstunden-Regelung

6. August 2003, 09:48
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Turnusmitarbeiter unterliegen einer Normalarbeitszeit von 40 Wochenstunden

Wien - Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) weisen die Kritik von Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal zurück, wonach bei rund der Hälfte der Bahnbediensteten bereits nach der sechsten Arbeitsstunde Überstunden anfielen.

5,5 Stunden reine Rechenbasis

Die angesprochenen Turnus-Mitarbeiter (z.B. Lokführer) - tatsächlich rund 50 Prozent der Belegschaft - würden auf Grund der unregelmäßigen Dienstzeiten nach ihrer "Jahrespflichtdienstleistung" bezahlt. Diese betrage 2.006 Stunden und 40 Minuten. Nur wenn man diese Zahl auf 365 Tage aufteile, komme man auf eine reguläre Arbeitszeit von täglich 5,5 Stunden. Dies sei jedoch eine "reine Rechenbasis", auf deren Grundlage monatlich abgerechnet werde.

Das heißt: Nur wenn ein Turnusmitarbeiter im Monat mehr als 170 Stunden arbeite, würden ihm Überstunden angerechnet. Tatsächlich entspreche dies auch für die Turnusmitarbeiter einer Normalarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche, betonte ein Sprecher der Unternehmensführung am Montag gegenüber der APA.

Zuverdienstmöglichkeiten wie bei Beamten

Auch was Zuverdienstmöglichkeiten für frühpensionierte Bahnbedienstete betrifft, sieht man bei den ÖBB keine Bevorzugung. Zwar gelte für Bahnbedienstete tatsächlich - anders als für ASVG-Versicherte - nicht die Geringfügigkeitsgrenze von 309,38 Euro im Monat. Die Regelung für Bahnbedienstete sei aber vergleichbar mit jener für alle anderen Beamten, so der Sprecher.

Konkret sehen die Bestimmungen vor, dass das Gesamteinkommen (Pension plus Erwerbseinkommen) eines frühpensionierten Bahnbediensteten 886,10 Euro im Monat nicht überschreiten darf. Verdient er mehr, muss er Abschläge hinnehmen: bis 1.329,10 Euro 30 Prozent, bis 1.772,10 Euro 40 Prozent und darüber 50 Prozent des Gesamteinkommens. (APA)

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