"Elgin Marbles" in London besser aufgehoben

4. August 2003, 15:25
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Britisches Museum wird Parthenon-Figuren nicht zurückgeben

London/Athen - Das Britische Museum wird die bedeutenden Parthenon-Figuren auf keinen Fall für die Olympischen Spiele 2004 an Griechenland ausleihen. Das Museum wies am Montag einen entsprechenden Bericht der "Sunday Times" über geheime Verhandlungen mit der Regierung in Athen strikt zurück. "Die Kuratoren können sich keinerlei Umstände vorstellen, unter denen sie dem Begehren der griechischen Regierung nach einem dauerhaften Umzug der Skulpturen von London nach Athen nachgeben würden", hieß es in einer Stellungnahme. Die fast 2.500 Jahre alten Figuren schmückten einst den Parthenon-Tempel der Akropolis.

Das Museum beharrt darauf, dass die so genannten "Elgin Marbles" in London bleiben. Die griechische Regierung fordert dagegen seit 20 Jahren die Rückgabe der Marmor-Figuren, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Lord Elgin aus Athen nach London gebracht wurden. Als Hauptargument gegen die Rückgabe nennt das Britische Museum, dass die Figuren in London besser erhalten und besser ausgestellt werden könnten.

Laut Zeitungsbericht hat die griechische Regierung mit dem Bau eines 40 Millionen Euro teuren Museum begonnen, in dem die Figuren ihren Platz hätten. Das neue Museum in Athen könne als Zweigstelle des Britischen Museums ausgewiesen werden, so dass die Skulpturen Eigentum des Londoner Hauses blieben, aber als Leihgabe in Athen ausgestellt werden könnten. "Wir sind bereit, alle nötigen Verträge mit der britischen Regierung und dem britischen Museum zu unterzeichnen", sagte der griechische Kulturminister Evangelos Venizelos am Montag im griechischen Rundfunk.

Das Britische Museum betonte, dass viele Exponate seiner Kollektion jedes Jahr an andere Museen ausgeliehen würden. So gebe es auch regelmäßige Kontakte zu diesem Thema mit griechischen Kollegen. Allen Wünschen könne man aber nicht entsprechen. (APA)

Ansichtssache

Parthenon-Figuren

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