SPÖ wirft Regierung Untätigkeit vor

4. August 2003, 19:04
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Gewerkschaftsbund spricht von "verfehlter Beschäftigungspolitik"

Wien - Die aktuellen Arbeitslosendaten für Juli haben unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: Während der zuständige Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) von einer weiteren "Abflachung" spricht und auf einen guten dritten Platz im EU-Vergleich verweist, kommt teils massive Kritik von Gewerkschaften und der Oppositionspartei SPÖ. Der Gewerkschaftsbund ÖGB wirft der Regierung "verfehlte Beschäftigungspolitik" vor, Arbeiterkammer-Chef Herbert Tumpel kritisiert ebenso wie die SP-Bundesgeschäftsführung die "Untätigkeit" der Regierung angesichts der "dramatischen Lage" am Arbeitsmarkt.

Bartenstein über Anstieg unselbständiger Arbeitsplätze erfreut

Bartenstein zeigte sich am Montag auch erfreut über die "neuerliche Zunahme bei unselbstständig Beschäftigten". Laut Hauptverband der Sozialversicherten gab es in diesem Bereich im Juli einen Anstieg (ohne geringfügige Beschäftigungsverhältnisse) um 28.765 Personen (+0,89 Prozent) auf einen Wert von 3,275.374 Personen, darunter 1,79 Millionen Männer und 1,48 Millionen Frauen. Gegenüber Ende Juni 2003 nahm die Zahl der Beschäftigten um 66.032 Personen (+2,06 Prozent) zu.

Die durchschnittliche Dauer einer Arbeitslosigkeitsepisode habe sich ebenfalls verringert: Im Juli 2003 lag sie mit durchschnittlich 106 Tagen um rund acht Tage unter dem Vergleichswert der Vorjahre 2002 und 2001. Die Zahl der mehr als sechs Monate vorgemerkten Langzeit-Arbeitslosen war mit 46.583 gegenüber dem Vorjahr um 472 bzw. 1,0 Prozent rückläufig. Allerdings habe sich die Abnahme im Vergleich zu den Vormonaten abgeschwächt. Länger als ein Jahr vorgemerkt waren demnach 19.672 Personen, um 6.682 über dem Juli-Wert 2002. (APA)

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