Überlebender nach Sprung von Floridsdorfer Brücke ohne Folgeschäden

6. August 2003, 20:34
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Selbstmord und Suizidversuche zweier Jugendlicher erfolgte nach ausgiebiger Lokaltour mit harten Getränken

Wien - Der 17-jährige Florin T. wird nach seinem Sprung von der Floridsdorfer Brücke auf die Donauuferautobahn höchstwahrscheinlich keine Folgeschäden davontragen und vermutlich spätestens Mittwoch von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt werden können. Das sagte der Leiter des Kriminalkommissariats (KK) Nord, Ewald Ebner, nach einem Spitalbesuch bei jenem Jugendlichen, der die Wahnsinnstat in der Nacht auf Montag, überlebt hat. Der ein Jahr ältere Roman E. war dabei ums Leben gekommen.

Die Burschen hatten sich gegen 1.30 Uhr in kurzer zeitlicher Abfolge nacheinander von der Floridsdorfer Brücke auf die Fahrbahn der A 22 gestürzt. Florin T. sprang zuerst und prallte auf einen am mittleren Fahrstreifen fahrenden Lastkraftwagen. Er wurde schwer verletzt. Unmittelbar nach seinem Freund stürzte sich der 18-jährige Roman E. in die Tiefe. Sein Körper wurde von einem Autobus erfasst, er starb an der Unfallstelle.

Harte Getränke konsumiert

Florin T. war laut Ebner seit rund einem Jahr mit dem Malerlehrling Roman befreundet. Seit etwa einem halben Jahr habe der 18-Jährige immer wieder Selbstmordgedanken geäußert und sei allgemein sehr deprimiert gewesen, sagte der 17-Jährige im Krankenhaus. In der Nacht auf Montag zogen die Burschen durch eine Reihe von Lokalen in verschiedenen Wiener Bezirken. Dabei wurden vor allem "harte" Getränke konsumiert.

Nicht zuletzt durch den Alkohol sei bei Roman E. dessen "Weltschmerz" akut aufgebrochen, einen "großen Anlass" für den Todessprung habe es wohl gar nicht gegeben, sagte Ebner. Und Florian habe sich offenbar in dieser Situation von seinem Freund "mitreißen" lassen. Der Jugendliche, der bereits von einer Psychologin betreut wurde, passt deren Erkenntnissen zufolge jedenfalls "nicht in das Muster eines Suizidgefährdeten". "Eine spontane Kurzschlussreaktion", so der KK-Chef. Vor dem Sprung von der Autobahnbrücke hätten sie noch extra auf herannahende Schwerfahrzeuge gewartet, sagte der 17-Jährige.

Florin T. stammt laut Ebner aus sehr geordneten Verhältnissen, seine Lehre absolviert er bei einem großen Wiener Autohändler. Seine Eltern wollen Kontakt zu den Fahrern des Autobusses und des Lkw aufnehmen, "um sich bei den Fahrern zu entschuldigen", sagte der Kriminalist. (APA)

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