Khomeinis Enkel will in Najaf Revolution gegen Iran starten

5. August 2003, 18:24
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Hussein Khomeini würde auch mit den USA kooperieren

Kairo - Der älteste Enkel des verstorbenen iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khomeini will das Regime in Teheran nach Angaben einer arabischen Zeitung künftig von der irakischen Schiiten-Hochburg Stadt Najaf aus bekämpfen. Von der für die schiitischen Muslime heiligen Stadt aus hatte sein Großvater einst die islamische Revolution im Iran vorbereitet. Die in London erscheinende Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" zitierte den 46 Jahre alten Hussein Khomeini am Montag mit den Worten: "Iran braucht ein neues demokratisches Regime, das die Religion nicht benutzt, um die Menschen zu unterdrücken". Staat und Religion sollten im Iran voneinander getrennt werden.

Alle Nachfolger seines Großvaters an der Spitze der Islamischen Republik Iran hätten Khomeinis Namen zur Legitimierung ihrer ungerechten Herrschaft missbraucht, sagte der Enkel. Er rechne bald mit einer neuen Revolution im Iran. "Freiheit ist wichtiger als Brot", sagte er laut "Al-Sharq Al-Awsat". Wenn die Amerikaner dem Iran die Freiheit bringen könnten, dann sei ihm auch das recht.

Sympathie für Studentenbewegung

Hussein Khomeini, der mit den Reformern und der iranischen Studentenbewegung sympathisiere, habe in Najaf ein einst von seinem Großvater genutztes Haus bezogen, berichtete die Zeitung. Nach Angaben von "Al-Sharq Al-Awsat" sollen in der vergangenen Woche iranische Geheimdienstmitarbeiter in den Irak gereist sein, um den Enkel des im Iran bis heute verehrten Ayatollah zu töten.

Einflussreichster schiitischer Würdenträger in Najaf ist der Großayatollah Ali Sistani, ein Kritiker der USA, der in der vergangenen Woche die Notwendigkeit unterstrichen hatte, "die nationale Souveränität des Irak auf dem Wege freier Wahlen wieder herzustellen." (APA/dpa)

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