Gegen Adoptiv-"Schwarzmarkt"

8. August 2003, 20:57
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Das Haager Adoptionsübereinkommen aus dem Jahr 1993, dem bisher an die 50 Staaten beigetreten sind, hat das Ziel, Adoptionskinderhandel auszuschließen. Experten gehen dennoch davon aus, dass zwei Drittel aller Auslandsadoptionen über einen Schwarzmarkt abgewickelt werden.

Die Behörden eines Haager Vertragsstaates müssen überprüfen, ob die leiblichen Eltern einer Adoption tatsächlich zugestimmt haben. Die Behörden des Aufnahmelandes müssen begutachten, ob die Adoptiveltern für die Erziehung des Kindes geeignet sind. Die aktuelle Haager Vertragsstaatenliste kann auf www.hcch.net abgerufen werden.

Rechtlich sind Adoptionen in Österreich durch (unterschiedliche) Landesgesetze geregelt. Eine Zentrale und Zahlen für das ganze Land gibt es nicht. In Wien waren im Jahr 2000 bei der Adoptionsstelle 163 Ehepaare angemeldet. Innerhalb Österreich wurden 22 Kinder vermittelt.

Wegen der geringen Zahl zur Adoption freigegebener österreichischer Kinder sind Nichtehepaare und Alleinstehende als Wahleltern bundesweit faktisch ausgeschlossen: Eine Auslandsadoption ist für sie der einzig gangbare Weg - ebenso für gleichgeschlechtliche Paare, von denen jedoch nur eine/r als Alleinstehende/r adoptieren kann. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.08.2003)

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