Probleme vor allem durch den Rassismus

8. August 2003, 20:57
posten

Aus einer aktiven Befürworterin von Auslandsadoptionen wurde eine vehemente Kritikerin

Maria Holz ist skeptisch: "Ich habe meine Zweifel, ob die Hilfe in Ländern, die Kinder für Auslandsadoptionen frei geben, oftmals mehr ist als ein Feigenblatt", meint die Leiterin des Referats für Auslandsadoptionen bei der Hilfsorganisation Terre des hommes im deutschen Osnabrück.

Terre des hommes hat in Sachen Auslandsadoptionen in den vergangenen Jahrzehnten eine Kehrtwendung vollzogen. Von der aktiven Befürworterin - seit 1967 wurden Kinder aus den kriegsgeschüttelten Ländern Vietman und Kambodscha nach Deutschland gebracht - zur vehementen Kritikerin: "Wir vermitteln keine Adoptionen mehr. Wir sind vollauf damit beschäftigt, die rund 3000 von uns vermittelten Kinder und ihre Eltern zu begleiten."

Probleme, so Holz, würden vor allem die unausgesprochenen Sehnsüchte der Kindesempfänger machen: Viele Menschen wollten "nichts als eine ganz normale Familie - und dann kommt der Alltag." In Verbindung mit dem in Deutschland (wie in Österreich) herrschenden Rassismus, den "fremd" aussehende Adoptivkinder spätestens ab der Pubertät zu spüren bekämen, könne dieser an sich nicht ungewöhnliche Prozess der Desillusionierung zu tiefen Krisen führen.

Im Rahmen einer langjährigen Kampagne wendet sich Terre des hommes im Rahmen einer Kampagne gegen den "Auslandsadoptionshandel". (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.08.2003)

Share if you care.