Geplantes Treffen zwischen Sharon und Abbas abgesagt

6. August 2003, 06:49
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Streit über Freilassung von Häftlingen

Jerusalem/Kalkilja - Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas hat ein geplantes Gespräch mit seinem israelischen Kollegen Ariel Scharon abgesagt und ihm vorgeworfen, den internationalen Nahost-Friedensplan nicht schnell genug umzusetzen. Das Treffen hätte am Mittwoch und damit parallel zu der geplanten Freilassung von 342 von Israel festgehaltenen Palästinensern stattfinden sollen.

"(Abbas) hat das Treffen abgesagt, weil es am Tag der Gefangenenfreilassung nur eine Zeremonie gewesen wäre und weil er glaubt, dass die Israelis nicht genug für die Förderung der 'Road Map' tun", sagte ein Sprecher der Palästinenser-Regierung. In israelischen Regierungskreisen wurde die Absage bestätigt. Die Palästinenser verlangen die Freilassung aller etwa 6000 Gefangenen. Der als "Road Map" bezeichnete Friedensplan sieht unter anderem ein Ende der Gewalt und die Gründung eines Palästinenser-Staates bis 2005 vor.

Israelischen Meiden wiederum hatten berichtet, dass Scharon sich geweigert habe, einem neuerlichen Treffen mit Abbas zuzustimmen, nachdem radikale Palästinenser bei Bethlehem eine jüdische Familie überfallen hatten. Dabei waren am Sonntagabend eine Frau und ihre drei Kinder verletzt worden. Diese Berichte wurden jedoch von einem ranghohen israelischen Regierungsvertreter am Dienstag dementiert. (Reuters/red)

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    Abbas und Sharon bei Treffen Anfang Juli in Jerusalem

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