Powell weist Bericht über Amtsmüdigkeit zurück

6. August 2003, 08:43
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"Diese Leute wissen nicht, wovon sie reden" - Weißes Haus lobt Arbeit des Außenministers

Washington - US-Außenminister Colin Powell hat einen Zeitungsbericht als "Unsinn" zurückgewiesen, wonach er nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht. "Diese Leute wissen nicht, wovon sie reden", sagte Powell am Montag in einem Radio-Interview mit Bezug auf die "Washington Post". Diese hatte unter Berufung auf "gut unterrichtete Kreise" geschrieben, Powell ebenso wie sein Stellvertreter Richard Armitage wollten sich im Januar 2005 aus der Politik verabschieden, auch wenn Präsident George W. Bush im November 2004 wiedergewählt werden sollte.

"Dieser Bericht entbehrt jeder Grundlage", erklärte Powell. Ein darin erwähntes Gespräch zwischen Armitage und Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, bei dem die Rückzugsabsichten geäußert worden seien, habe niemals stattgefunden. Die Dauer seiner Amtszeit hänge ausschließlich vom Wunsch des Präsidenten ab. Er und Bush hätten bisher noch nie darüber gesprochen, dass ihre Zusammenarbeit demnächst enden solle, fügte Powell hinzu. Armitage sprach wie Powell von Unsinn. Ein solches Gespräch habe es nicht gegeben.

Äußerst zufrieden

Das Weiße Haus bekräftigte diese Aussagen. Der Präsident sei mit der Arbeit seines Außenministers äußerst zufrieden und wünsche eine Fortsetzung derselben, erklärte Pressesprecher Scott McClellan. Powell und ebenso Armitage würden von Bush als hervorragende Mitglieder seiner Regierungsmannschaft überaus geschätzt. McClellan bestätigte unterdessen, dass sowohl Powell als auch sein Vize an diesem Dienstag Bush auf dessen Ranch in Texas besuchen werden. Die Visite sei aber schon seit Wochen geplant.

Powell gilt als einer der gemäßigten Vertreter der amerikanischen Regierung. Er war nach Medienberichten in der Vergangenheit oft mit dem konservativen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und auch mit Rice uneins. Bei einem Rücktritt Powells und Armitages stünde die Regierung von Präsident Bush vor ihrer größten Umgestaltung, zumal nicht ausgeschlossen wird, dass auch der Direktor des Geheimdienstes CIA, George Tenet, vor dem Ende seiner Amtszeit geht. Er war in jüngster Zeit verstärkt wegen der CIA-Rolle in der Debatte um das irakische Waffenprogramm unter Druck geraten. (APA/AP/dpa)

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    Nach den US-Wahlen 2004 will Außenminister Powell nicht mehr zur Verfügung stehen.

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