Kroatien hofft weiter auf EU-Beitritt bei nächster Erweiterung

6. August 2003, 18:23
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Minister Mimica: "Müssen jetzt aufholen, was wir zuvor verabsäumt haben"

Wien - Kroatien hält weiter an einem Beitritt zur Europäischen Union (EU) bei der nächsten Erweiterung nach 2004 fest. Zagreb würde derzeit die Hausaufgaben erledigen. "Ob wir dann 2007, 2008 oder 2009 beitreten, hängt von der EU ab. Da möchte ich nicht vorgreifen. Kroatien bemüht sich erst seit dem Regierungswechsel 2000 um die EU-Integration. Daher müssen wir jetzt aufholen, was wir zuvor verabsäumt haben", sagte der kroatische Minister für EU-Integration, Neven Mimica, in einem Interview mit dem "Kurier" (Montag-Ausgabe).

auch Machtwechsel könne europäische Integration des Landes nicht stoppen

Auch ein Machtwechsel in Zagreb nach den Parlamentswahlen im Herbst könnte die europäische Integration des Landes nicht stoppen. "Ich bin optimistisch, dass jede neue Regierung am EU-Kurs festhält. Mehr als 75 Prozent der Kroaten befürworten den EU-Beitritt. Keine Regierung kann so eine Mehrheit ignorieren", betonte Mimica.

Der Minister bekräftigte auch die Position der kroatischen Regierung, dass allen wegen Kriegsverbrechen angeklagten Personen der Prozess vor dem UNO-Tribunal in Den Haag gemacht werden müsse. "Wir mussten in diesem Krieg unser Land verteidigen, dennoch gab es auch Übergriffe kroatischer Soldaten gegen die Zivilbevölkerung. Entscheidend ist jedoch, dass dies individuelle Übergriffe waren, keine staatlich angeordneten", fügte er hinzu. (APA)

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