Russische Behörden verhindern offenbar neuen Anschlag

5. August 2003, 18:05
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Polizei: Bombe in Republik Inguschetien entdeckt und entschärft - Zwei Verdächtige nach Terrorakt in Nord-Ossetien festgenommen

Wladikawkas - Nur wenige Tage nach dem Selbstmordanschlag auf ein Militärkrankenhaus in Nord-Ossetien mit 50 Toten haben die russischen Behörden offenbar einen weiteren Terrorakt im Kaukasus vereitelt. In der Republik Inguschetien sei am Sonntag eine Bombe mit großer Sprengkraft entdeckt und entschärft worden, berichtete die Polizei am Montag.

Rebellenführer Basajew als möglicher Drahtzieher genannt

Als möglichen Drahtzieher des Anschlags auf das Militärkrankenhaus in Mosdok nannte die Generalstaatsanwaltschaft den tschetschenischen Rebellenführer Schamil Basajew und meldete die Festnahme zweier Verdächtiger. Die beiden sollen den Lastwagen verkauft haben, der bei dem Anschlag am Freitag zum Einsatz kam, wie der stellvertretende Generalstaatsanwalt Sergej Fridinski am Sonntag mitteilte. Das mit mehr als einer Tonne Sprengstoff beladene Fahrzeug hatte das Eingangstor durchbrochen und war vor dem Empfangsgebäude detoniert. In dem Krankenhaus wurden russische Soldaten behandelt, die bei ihrem Einsatz in Tschetschenien verwundet worden waren.

Mit einer Trauerfeier nahmen am Montag in Mosdok Kollegen und Angehörige Abschied von den Opfern. "Wer denkt, dass er uns mit solchen Gräueltaten in die Knie zwingen kann, hat sich getäuscht", sagte der Befehlshaber für den Nordkaukasus, Wladimir Boldirew, bei der Zeremonie. "Wir werden dafür Rache üben."

Putin kritisiert mangeldne Sorgfalt

Präsident Wladimir Putin machte unterdessen mangelnde Sorgfalt für die jüngsten Terroranschläge in Russland mitverantwortlich. "Die Nachlässigkeit, die wir in einer Reihe von Fällen gesehen haben und die Verbrechen und Terrorakten förderlich ist, geht über alle Maßen", sagte Putin laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax am Sonntagabend bei einem Treffen mit Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow und dem Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs, Wiatscheslaw Lebedew.

Man bekomme den Eindruck, dass der Staat auf derartige Ereignisse nicht reagiere oder nicht in der Lage sei zu reagieren, zitierten Interfax und der Fernsehsender Rossija den Präsidenten. Wichtige Ermittlungen und Gerichtsverfahren zögen sich oft über Monate oder sogar Jahre hin, kritisierte Putin.(APA/AP)

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    Soldaten bringen Särge zu dem Anschlagsort

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