Eine ziemlich harte Entdeckung

10. August 2003, 22:10
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Nach mehr als fünfjähriger Forschungsarbeit ist es der Arbeitsgruppe Metallkunde der TU Wien unter der Leitung des Oberösterreichers Walter Lengauer (45) gelungen, ein revolutionäres Verfahren zu entwickeln: Der dreifache Familienvater und sein Team wissen nun, wie man Hartmetalle ohne die bisher verwendeten kostspieligen Beschichtungen herstellt.

Die Prozesstechnologie beinhaltet dabei die Reaktion der Hartmetalle mit einer stickstoffhaltigen Gasatmosphäre. Durch das Phänomen der Diffusion kann dabei eine harte Außenzone und stetiger Übergang von einer harten Außen-in eine zähe Innenzone erzielt werden. Die Lebensdauer des Metalls wird dadurch verzehnfacht, wie es heißt.

Lengauer, der gern reist und Weine liebt, hat mit der Gesellenprüfung für das Bau- und Möbeltischlerhandwerk begonnen. Sein Studium absolvierte er im Fach Technische Chemie. Mehrere Auslandsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Italien und nach Tschechien. 1995 war er Gastprofessor an der Université de Rennes in Frankreich. Lengauer hat insgesamt mehr als 150 wissenschaftliche Publikationen, überwiegend in Peer-Review-Journalen, veröffentlicht. In seinem Lebenslauf ist auch der Punkt "zehn Patente bzw. Patentanmeldungen auf dem Gebiet Hartmetalle und Cermets sowie Substrattechnologie" vermerkt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. 8. 2003)

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