US-Ölriese drängt nach Russland

7. August 2003, 13:38
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ChevronTexaco verhandelt über Kauf eines Viertels von Yukos

London - Der zweitgrößte US-Ölkonzern ChevronTexaco verhandelt über den Kauf von 25 Prozent am russischen Ölkonzern Yukos. Die Transaktion könnte sich auf einen Wert von bis zu 6,4 Mrd. Dollar (5,7 Mrd. Euro) belaufen, schreibt die britische Sonntagszeitung Sunday Times unter Berufung auf Insider.

Anstoß des Angebots sei gewesen, dass es bei der geplanten Fusion von Yukos mit dem russischen Rivalen Sibneft möglicherweise Probleme gebe, hieß es. Vertreter von Chevrons und Yukos waren zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Ermittlungen der russischen Behörden gegen Yukos wegen eines Privatisierungsgeschäfts in den 90er-Jahren haben einige Zweifel an dem Zustandekommen der Fusion mit Sibneft aufkommen lassen, obwohl beide Unternehmen erklärten, die Fusion laufe nach Plan. Politiker und Analysten haben den Vorwurf erhoben, die Schritte gegen Yukos seien politisch motiviert und richteten sich primär gegen den Konzernchef Michail Chodorkowski.

Der Industriemagnat zählt als reichster Mann Russlands zu einflussreichen Oligarchen und gilt als Finanzier der liberalen Opposition des Landes. Zudem werden ihm politische Ambitionen nachgesagt.

Mit der Übernahme Sibnefts würde Yukos vom zweitgrößten russischen Ölkonzern zum viertgrößten nicht staatlichen Ölkonzern der Welt mit einer Produktion so groß wie der Kuwaits aufsteigen. Der neue Riese würde ein Drittel des russischen Öls fördern, gemessen an den Reserven ist er unter den privaten Ölkonzernen sogar die Nummer eins, vor Lukoil und ExxonMobil.


Öl wird deutlich teurer

Ein Brand an einer Pipeline im Nordirak hat laut Händlern den Ölpreis auf den höchsten Stand seit sieben Wochen steigen lassen. Man fürchtet, dass solche Zwischenfälle die vollständige Wiederherstellung der Ölexporte des Irak beeinträchtigen und damit zu einer Verknappung führen könnten.

Die europäische Leitsorte Brent stieg 1,62 Dollar oder 5,7 Prozent auf 29,99 Dollar. US-Öl verteuerte sich im Handelsverlauf gar bis auf 32,40 Dollar, das ist der höchste Stand seit dem 11. Juni. (Reuters)

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