Kräftiges Wachstum

7. August 2003, 11:46
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Insgesamt 440 Filme, darunter drei österreichische Produktionen, ergeben "quantitativ das obere Limit"

Locarno - Das Filmfestival Locarno wächst kräftig. Beim wichtigsten Schweizer Filmfest vom 6. bis 16. August ist 2003 die Rekordzahl von 440 Filmen zu sehen. Da nicht mehr Kinos zur Verfügung stehen, werden die Streifen weniger oft oder gar nicht wiederholt. "Es ist richtig, dass wir mehr Filme zeigen, aber die gesamte Programmzeit ist gleich wie letztes Jahr", sagt Irene Bignardi, Direktorin des Filmfestivals. Quantitativ sei jetzt aber das oberste Limit erreicht.

Größte Brocken: Retrospektive "All That Jazz" und Kurzfilmsektion "Leoparden von morgen"

Die größten Brocken sind die Retrospektive "All That Jazz" mit 116 Titeln sowie die Kurzfilmsektion "Leoparden von morgen", in der knapp 30 Schweizer Beiträge sowie 75 Titel aus den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und Finnland zu sehen sind.

Neu: "Human Rights Programm"

Neu hinzugekommen ist das "Human Rights Programm" mit rund 40 Filmen, wobei hier noch 50 weitere Filmtitel individuell auf Kassette gesehen werden können. Ein "Human Rights Panel" und ein "Human Rights Day" ergänzen das Programm zu den Menschenrechten.

Die Haupt-Sektionen sind mit 18 (Piazza), 19 (Wettbewerb und Video-Wettbewerb) bzw. 54 (Cineastes du present) Titeln bestückt. Auffällig ist das Fehlen von Hollywood-Filmen.

Für Österreich gehen Barbara Alberts zweiter Langfilm "Böse Zellen" im Wettbewerb und Ulrich Seidls Dokumentarstreifen "Jesus, Du weißt" im Video-Wettbewerb ins Rennen. Im Wettbewerb läuft auch eine internationale Koproduktion mit Beteiligung der Wiener Novotny und Novotny Filmproduktion, "Fuse" von Pjer Zalica (mit u. a. Hubsi Kramar).

Sonderprogramme

In Sonderprogrammen sind Filme aus Kuba und aus Argentinien sowie Filme nach Werken von Friedrich Dürrenmatt zu sehen. In der von Harald Szeemann betreuten Sektion "In Progress" werden Videos präsentiert, unter anderem auch von Pipilotti Rist.

Keine Regie- oder Schauspielstars zu Gast

Während Regie- oder Schauspielstars beim Festival fehlen, sind mit dem italienischen Komponisten Ennio Morricone für die Filmmusik oder der Chefanklägerin der UNO-Kriegsverbrechertribunale für Ruanda und Ex-Jugoslawien, Carla del Ponte, für das "Human Rights Panel" bekannte Namen nach Locarno geladen. (APA/sda)

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    foto: festival
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