Torvalds: "Jetzt werden sie erpresserisch"

11. August 2003, 14:20
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Linux-Schöpfer nimmt zu den Entwicklungen mit SCO und IBM Stellung

Die Forderungen der SCO gegenüber der Linux-Community und dem Computerriesen IBM schalgen noch immer hohe Wellen. Nachdem nun auch Sun Microsystems-Chef Scott McNealy Stellung bezogen hatte (der WebStandard berichtete), meldet sich nun auch Linux-Schöpfer Linux Torvalds zu Wort.

"Jetzt werden sie erpresserisch"

In einem E-Mail-Interview mit dem amerikanischen Newsdienst CNet meint Torvalds auf die Vorgehensweise der SCO nun Lizenzgebühren auf Linux einheben zu wollen: "Jetzt werden sie erpresserisch". Zur Causa IBM meinte der Linux-Schöpfer: "Wenn bei IBM jemand Code schreibt, dann hat IBM das Copyright auf exakt diesen Teil. Wenn dieser Teil nun irgendwo in Linux auftaucht, dann kann SCO darauf keinerlei Ansprüche erheben - auch wenn diese Codezeile vollkommen identisch sein sollte."

Die SCO hat eine Antwort

SCO-Sprecher Blake Stowell meldete sich ebenfalls bei CNet zu Wort und kann mit der Argumentation von Linus Torvalds nichts anfangen. Laut Stowell habe IBM vertraglich zugesichert, dass die Geheimnisse um Unix gewahrt werden würden. Unter dieses Abkommen und damit unter die Geheimhaltungspflicht würde auch das Unix-Derivat AIX fallen. Daher habe IBM als es AIX in den Linux-Code überführte und diesen öffentlicht zugänglich machte gegen den Vertrag verstoßen.

Die Free Software Foundation

Für Eben Moglen, Vertreter der Free Software Foundation (FSF), ist es klar, dass die Linux-Entwickler nicht gegen die GNU-Statuten verstoßen hätten und sich daher kein geschützter Code in Linux finden kann. In einem von der Open Source Development Lab (OSDL) veröffentlichten "Position-Paper" (.pdf-Datei) meint Moglen, Professor der Rechtswissenschaften an der New Yorker Columbia University, dass es unmöglich sei, die Rechtmäßigkeit der Ansprüche von SCO abschließend zu beurteilen, solange die Verantwortlichen nicht die Beweise vorlegen würden. Dies ist aber bis jetzt noch nicht geschehen. Damit dürfte uns die Causa SCO wohl noch einige Zeit erhalten bleiben.(red)

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