Brandsatz von Neonazis auf Flüchtlingsheim in Vorarlberg

9. Oktober 2013, 18:19
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Verurteilte Männer sprachen von "bsoffener Gschicht" ohne politischen Hintergrund

Feldkirch - Nachlese zum Prozess gegen die Brandsatzwerfer von Batschuns: Die Beteuerungen von Thomas H. (25) und Simon R. (22), das Basteln eines Molotowcocktails und anschließende Werfen gegen das Flüchtlingshaus Batschuns sei eine "bsoffene Gschicht" ohne politischen Hintergrund gewesen, glaubte der Schöffensenat nicht. Die Männer wurden wegen versuchter Brandstiftung schuldiggesprochen. H. muss 7200 Euro zahlen, R. 4500. Die Freiheitsstrafen, zwölf Monate für H. und sieben für R., wurden bedingt ausgesprochen.

Waren die Verbindungen von Thomas H. zur Vorarlberger Neonaziszene während der Verhandlung nur Randthema, ließ Richter Martin Mitteregger bei der Urteilsverkündung keine Zweifel an der politischen Orientierung des Haupttäters. Man habe bei H. einschlägiges Material gefunden: "Das Motiv war klar."

Aufhorchen ließ Mitteregger mit der Bemerkung, bei der Party, die H. und R. vor dem Anschlag besucht hatten, wäre auch Uwe V., Rädelsführer der Vorarlberger Blood-&-Honour-Organisation gewesen. "Da habe ich mich geirrt, V. wurde nur als Zeuge einvernommen", stellte Mitteregger im Gespräch mit dem Standard richtig. Die Party sei keine Rekrutierungsveranstaltung von Blood & Honour gewesen, die Aktion nicht von Neonazis geplant, dementiert Mitteregger ein Gerücht. (jub, DER STANDARD, 10.10.2013)

  • Der Brandsatz war dilettantisch, ein Glück für die 23 Bewohner des Hauses. 
    foto: mathis

    Der Brandsatz war dilettantisch, ein Glück für die 23 Bewohner des Hauses. 

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