Literaturnobelpreis: Bisher nur 13 Autorinnen ausgezeichnet

9. Oktober 2013, 13:52
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Die erste weibliche Preisträgerin war Selma Lagerlöf im Jahre 1909

Der Literaturnobelpreis ist einschließlich Alice Munro 13 Mal an eine Frau vergeben worden. Die erste Preisträgerin war 1909 die Schwedin Selma Lagerlöf. Die bisherigen Preisträgerinnen:

  • 2013 Alice Munro (Kanada, geb. 1931) - für eine "Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte".
  • 2009 Herta Müller (Deutschland, geb. 1953) - für eine Schriftstellerin, "die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet". Das Werk der in Rumänien aufgewachsenen Autorin, darunter der Roman "Atemschaukel", verarbeitet schmerzhafte Erfahrungen unter der Ceausescu-Diktatur.
  • 2007 Doris Lessing (Großbritannien, geb. 1919) - für die "Epikerin weiblicher Erfahrung, die sich mit Skepsis, Leidenschaft und visionärer Kraft eine zersplitterte Zivilisation zur Prüfung vorgenommen hat". Der feministische Roman "Das goldene Notizbuch" gilt als ihr Hauptwerk.
  • 2004 Elfriede Jelinek (Österreich, geb. 1946) - "für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen" und ihre "sprachliche Leidenschaft" als "erbarmungslose Moralistin". Ihr als pornografisch kritisierter Roman "Lust" wurde zu einem umstrittenen Bestseller.
  • 1996 Wislawa Szymborska (Polen, geb. 1923) - für eine Poesie, "die mit ironischer Präzision den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt". Die Lyrikerin veröffentlichte seit ihrer 1945 begonnenen literarischen Laufbahn insgesamt 16 Gedichtbände.
  • 1993 Toni Morrison (USA, geb. 1931) - für ihre durch "visionäre Kraft und poetische Prägnanz" geprägte Romankunst, in der eine "wesentliche Seite der amerikanischen Wirklichkeit verlebendigt" worden sei. Die aus einer schwarzen Arbeiterfamilie stammende Autorin und Hochschullehrerin hat sich mit der Rassenproblematik und den gestörten menschlichen Beziehungen in schwarzen Familien befasst.
  • 1991 Nadine Gordimer (Südafrika, geb. 1923) für "ihre großartige epische Dichtung", in der sie "mit einem intensiven Gefühl der Gegenwärtigkeit die äußerst komplizierten persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse ihrer Umwelt" behandelt und die Apartheid angreift. Das Werk der Tochter jüdischer Einwanderer aus England und Litauen ist geprägt von der Vision eines gleichberechtigten Zusammenlebens von Schwarz und Weiß.
  • 1966 Nelly Sachs (Schweden, 1891-1970) - "für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren". Die deutschstämmige Jüdin hat in ihren Gedichtbänden "In den Wohnungen des Todes" und "Sternenverdunkelung" das Grauen des Holocaust in Worte gegossen.
  • 1945 Gabriela Mistral (Chile, 1889-1957) - "für die von mächtigen Gefühlen inspirierte Lyrik, die ihren Dichternamen zu einem Symbol für die ideellen Bestrebungen der ganzen lateinamerikanischen Welt gemacht hat". Vor allem mit ihren Liebesgedichten ("Wenn Du mich anblickst, werd' ich schöner") wurde Mistral bekannt.
  • 1938 Pearl S. Buck (USA, 1892-1973) - "für ihre reichen und echten epischen Schilderungen aus dem chinesischen Bauernleben und für ihre biografischen Meisterwerke". Als das Hauptwerk der in China geborenen Missionarstochter gilt der Roman "Die gute Erde".
  • 1928 Sigrid Undset (Norwegen, 1882-1949) - "vornehmlich für ihre kraftvollen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens". Ihre Romantrilogie "Kristin Lavranstochter" ist ein Hauptwerk der norwegischen Literatur.
  • 1926 Grazia Deledda (Italien, 1871-1936) - "für ihre von hohem Idealismus getragene Autorenschaft, die mit Anschaulichkeit und Klarheit das Leben ihrer väterlichen Herkunft schildert und allgemein menschliche Probleme mit Tiefe und Wärme behandelt". Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen die Menschen ihrer Heimat Sardinien.
  • 1909 Selma Lagerlöf (Schweden, 1858-1940) - "auf Grund des edlen Idealismus, des Fantasiereichtums und der seelenvollen Darstellung, die ihre Dichtung prägen". In ihren Werken wie "Gösta Berling" oder "Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen" zeigte sich Lagerlöf stets heimatverbunden. (APA, 10.10.2013)
  • Toni Morrision ist bisher die einzige schwarze Frau, die einen Literaturnobelpreis gewann.
    foto: ian langsdon

    Toni Morrision ist bisher die einzige schwarze Frau, die einen Literaturnobelpreis gewann.

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