Wo das Licht nicht hinkommt

8. Oktober 2013, 17:32
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Anna von Hausswolff geht mit ihrem Todespop auf Österreichreise

Die junge schwedische Musikerin Anna von Hausswolff beschäftigt sich gern mit den letzten Dingen. Das tun ältere Menschen auch, aber dann zu Recht. Dennoch kann man den Gothic-Klängen ihres aktuellen zweiten Albums, Ceremony, nicht ihren Reiz absprechen.

Die länglichen, großteils mit dröhnender elegischer Kirchenorgel und ergänzender verzerrter Hallgitarre sowie lebensmüder Rhythmusgruppe eingespielten Songs tragen einschlägige Titel wie Deathbed oder Funeral For My Future Children. Dazu gibt die Künstlerin am Mikrofon die zwischen Allerheiligen und Allerseelen irrlichternde Kate Bush.

Die Stimme grundelt und kiekst, dann erhebt sie sich im selbstbewussten Weiheton über den dunklen musikalischen Mahlstrom. Alles strebt nun dem Notausgang zu. Gott sei Dank, die Tür ist unversperrt - die Stiege dahinter aber führt blöderweise in den Keller. Unten ist, wo das Licht nicht hinkommt. Das ist der Preis, für den man mit dem Leben zu bezahlen hat. (schach, DER STANDARD, 9.10.2013)

Heute, Mi., 9. 10., Arena, Wien, 20.00. Sa., 12. 10., Explosiv, Graz, 23.00

  • Anna von Hausswolff geht mit ihrem Todespop auf Österreichreise.
    foto: nysam

    Anna von Hausswolff geht mit ihrem Todespop auf Österreichreise.

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