"Warface": Sexualisierte Frauendarstellung auf Spielerwunsch umgesetzt

9. Oktober 2013, 10:00
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Produzent rechtfertigt "unrealistisches" Frauenbild mit kulturellen Unterschieden

Die explizite Darstellung von weiblichen Charakteren in Cryteks Shooter "Warface" ist basierend auf Kundenwünschen umgesetzt und in das Spiel hinzugefügt worden. Dies sagt zumindest Produzent Joshua Howard in einem Interview mit Wired. In dem Free2Play-Game werden Frauen im Gegensatz zu Männern leicht bekleidet gezeigt, die äußerlich Gestaltung (Skin) absichtlich sexualisiert. Schutzkleidung weist einen tiefen Ausschnitt und freie Hüftpartien auf. Howard zufolge wurden diese Outfits auf Rückmeldungen von Spielern in Russland und China gefertigt, wo "Warface" als erstes auf den Markt gebracht wurde bzw. wird. Diese Designs würden individuell den Vorlieben jedes Marktes nach kreiert.

Kulturelle Unterschiede

"Die weiblichen Skins sind ein gutes Beispiel dafür, wie kulturelle Unterschiede in verschiedenen Regionen ein und dem selben Spiel auf unterschiedliche Weise begegnen", so der Produzent. "Die Skins, die jetzt zu sehen sind, wurden für die russische Region gefertigt. Sie sind aber nicht das, was unsere russischen Spieler zuerst gefordert hatten. Die Forderungen waren wesentlich extremer, als das, was wir schlussendlich ausgeliefert haben." 

Howard bestätigt überdies, dass sein Team für die männlichen Avatare weit realistischere Kampfanzüge designt und, dass man einverstanden damit ist, die weiblichen Modelle in Ausrüstung zu stecken, die man nicht als realistisch ansehen würde. Für den chinesischen Markt arbeite man an einem neuen Set "unrealistischer" Skins für weibliche Charaktere.

"Einfach verrückt"

"Die Spieler heißen es für gut, dass wir realistisch aussehende Männer haben, aber sie wollten, dass Frauen alles andere als realistisch repräsentiert werden. Bis zu einem Grad, an dem sie in High-Heels herumlaufen, was einfach verrückt ist, oder nicht?", erzählt Howard. Doch man wolle darauf achten, dass Authentizität zumindest bis zu einem gewissen Maß erhalten bleibt. So könne und wolle man nicht auf jeden Kundenwunsch Rücksicht nehmen. "Bereits zu Beginn wollten wir dieses Spiel für unterschiedliche Regionen anpassen, aber gleichzeitig den Zusammenhang unter den verschiedenen Versionen wahren, damit es immer noch 'Warface' bliebt." (zw, derStandard.at, 9.10.2013)

  • "Warface" für Russland und China: Männer werden in realistischer Kampfmontur gezeigt, Frauen nicht.
    foto: crytek

    "Warface" für Russland und China: Männer werden in realistischer Kampfmontur gezeigt, Frauen nicht.

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