Zweites Expertenteam soll in Syrien Chemiewaffen vernichten

8. Oktober 2013, 19:20
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Organisation für das Verbot von Chemiewaffen wird zusätzliche Spezialisten in das Bürgerkriegsland entsenden

Damaskus - Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wird ein zweites Expertenteam nach Syrien entsenden. Die Spezialisten sollen ihre Kollegen unterstützen, die seit dem 1. Oktober mit der Inspektion und Zerstörung der syrischen Chemiewaffen betraut sind, wie die OPCW am Dienstag mitteilte. Als Ziel wurde ausgegeben, alle Produktionsstätten für C-Waffen bis zum 1. November unbrauchbar zu machen. Es handle sich um den "Beginn eines langen und schwierigen Prozesses", erklärte OPCW-Generalsekretär Ahmed Üzümcü.

Derzeit sind rund 20 internationale Experten in Syrien tätig. Am Sonntag machten sie die ersten Raketensprengköpfe, Bomben und Ausrüstung zum Mischen und Abfüllen von Chemikalien unschädlich. Das syrische Chemiewaffen-Arsenal wird auf tausend Tonnen geschätzt, verteilt auf landesweit 45 Standorte. Für seine Vernichtung werden nach Ansicht von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rund einhundert Waffeninspekteure gebraucht. Eine gemeinsame Mission der UNO und der OPCW werde daran bis zu ein Jahr lang arbeiten, erklärte Ban am Montag.

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende September eine Resolution verabschiedet, wonach die Produktionsstätten zur Herstellung von Chemiewaffen bis zum 1. November und das komplette Arsenal bis Mitte 2014 zerstört werden sollen. Damit reagierte der Sicherheitsrat auf einen Angriff mit Sarin, bei dem am 21. August in einem Vorort von Damaskus Hunderte Menschen getötet worden waren. (APA, 8.10.2013)

  • OPCW-Inspektor im Einsatz
    foto: epa/syrian television

    OPCW-Inspektor im Einsatz

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    foto: epa/syrian television
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